Tag 3

Posted in Allgemein on August 7, 2011 by going2denmark

Heute musste ich feststellen, dass Island eine Insel der absoluten Gegensätze ist. Am Morgen bestiegen wir den Gletscher Snäfellsjökull und am Abend waren wir am Sandstrand bei schönstem Sonnenschein.

Den Snäfellsjökull durfte ich schon nach meiner Landung in Keflavik bewundern. Ein weißer Berg auf der gegenüberliegenden Halbinsel von Reykjavik. Mit 1450 m eher ein kleiner Gletscher, aber immerhin mein erster Gletscher, den ich zu Fuß besteigen darf.

Da unser Reiseleiter, der Naturbursche meinte, dass es sehr kalt werden würde, zog ich mich extra warm an. Gefütterte Wanderhose und Fleecejacke, aber die Fleecejacke musste ich schon  nach 30 Minuten unserer Wanderung wieder ausziehen, so verschwitzt war ich (die Hose habe ich aber angelassen). Kein Wind, kein Nebel, nur Sonnenschein. Der Anfang unserer Besteigung war noch relativ gemächlich, aber dann hat das Schneefeld begonnen, das bis zum Gipfel reichte. Und ohne Wanderstöcke ist jeder Schritt im Schnee unglaublich anstrengend, wie Treppensteigen. Und von unten sah es bis zum Gipfel gar nicht so weit aus, aber es hat sich unendlich gezogen, und meine Kräfte wurden immer weniger und natürlich auch meine Motivation. Warum tut man sich das noch mal an? Die Antwort bekam ich, als ich endlich den Gipfel erreichte. Ich war unglaublich stolz auf mich, dass ich das geschafft habe. Ah, des Glücksgefühls wegen macht man das. Leider musste ich dann auch wieder runter, natürlich im Schnee. Runter geht es zwar schneller, aber es ist schwer nicht im Schnee wegzurutschen. Und so musste ich mich schwer konzentrieren, um wieder heil am Auto anzukommen. Ich habe einen Gletscher bestiegen!!! Und war total am Ende…aber nein, in mein Bett durfte ich noch nicht. Erst durften wir noch an den Sandstrand von Búdir und damit ans Meer. Was natürlich auch sehr schön war, aber eben der totale Gegensatz zum Schnee und Eis auf meinem Gletscher. Eine Kirche in Búdir schauten wir uns auch noch an, aber mit Kirchen habe ich es ja bekanntlich nicht so. Aber was mir auffiel ist, dass egal wieviele Häuser ein Dorf hat, und seien es auch nur 2, eine Kirche gibt es. Die Kirche kommt noch vor einem Supermarkt. Denn sonst hätten wir für unsere 2 Tage in Hellnar nicht wie die Hamster auf Vorrat einkaufen müssen…

Meine Mitreisenden gingen anschließend dann noch in ein Schwimmbad. Aber wie mit Kirchen habe ich es bekanntlich auch nicht so mit Schwimmbädern. Und so habe ich mir die Zeit an einem kleinen Bächchen mit vielen Lupinen und Pferden vertrieben, mit Bergen im Hintergrund…wie romantisch…

Natürlich gab es dann noch Abendessen, Würstchen mit Kartoffelbrei und Sauerkraut. Der Kartoffelbrei war sogar selbstgemacht! 

Snäfellsjökull

 

 

 

 

Tag 4

Posted in Allgemein on August 7, 2011 by going2denmark

Heute mussten wir leider unser kleines blaues Häuschen verlassen und damit den schönen Blick aufs Meer. Ein Wal ist in der Zeit auch nicht an unserem blauen Häuschen vorbeigeschwommen, obwohl im Reiseführer steht, dass Wale regelmäßig bei Hellnar vorbeikommen. Da hat das ganze Warten nichts genutzt. Aber ich habe ja noch 2 Wochen Zeit, um Wale zu sehen.

Unser erstes Tagesziel lag nur ca. 1km von Hellnar entfernt, eine Felsformation, die aussieht wie eine Lokomotive am Meer. Ein Wal hab ich auch hier nicht gesehen, obwohl ich lange Ausschau gehalten habe. Aber…tadaa…meinen ersten Papagaientaucher sichtete ich auf einem Felsen, sehr süß. Leider sah ich ihn nur aus der Ferne und mein Zoom von meiner Kamera war nicht wirklich geeignet, um ihn ganz nah zu sehen. Aber wie bei den Walen, kommt der richtige Vogelfelsen noch, und hoffentlich sehe ich sie dann ganz nah! Geduld ist alles! Und ich bin ja ein geduldiger Mensch…

Weiter ging es zu einem hübschen Strand (natürlich ohne Wale), mit vielen kleinen, runden, schwarzen Steinchen. Da musste ich doch glatt ein paar einpacken. Und falls ich am Ende Übergepäck haben sollte, muss ich eben meine Wanderschuhe in die Hand nehmen…

Leider war dann wieder Autofahren angesagt und nicht alle Straßen sind ausgebaut. Und so ging es fast 3 Stunden über eine Schotterstraße. Das Gerumpel hat mich so müde gemacht, dass ich doch glatt eingeschlafen bin. Und dann gab es plötzlich wieder einen Supermarkt. Auf Vorrat mussten wir jetzt nicht mehr einkaufen, denn jetzt waren wir wieder in einer Touristenregion Islands…im Norden, in der Nähe des Myvatn, dem Mückensee. Aber was heute natürlich nicht fehlen durfte, war der obligatorische Wasserfall. Nach ausgiebiger Bewunderung ging es weiter, bis der Naturbursche uns einfach aus dem Auto geworfen hat und wir zum ausgemachten Treffpunkt laufen mussten. Eine Strafe war es nicht wirklich, denn es ging am Strand entlang. Und nachdem ich heute schon meinen ersten Papagaientaucher gesehen habe, konnte ich doch wirklich noch Kegelrobben sehen. Mal wieder aus der Ferne, aber immerhin. Damit war das Tagesprogramm dann zu Ende. Das war aber nicht weiter tragisch, denn die Gletscherbesteigung sass mir doch noch in den Oberschenkeln.

Ach ja, unsere neue Unterkunft, ein Blockhäuschen an einem kleinen Bach mit Wasserfall und Schafen. Das Blockhäuschen hat aber nur 2 Schlafzimmer mit 4 Betten. Häh, unsere Gruppe besteht doch aus 9 Personen. Für die verbleibenden 5, inklusive mir blieb nur die Gallerie mit Matratzenlager. Das wird eine kuschelige Angelegenheit heute Nacht.

Ach, und gegessen haben wir natürlich auch noch…Käse-Lauch-Suppe mit Hackfleisch…wo gibt’s denn sowas!

mein erster Papagaientaucher!!!

Kegelrobben

Die Fast-Mitternachtssonne (um 23:30 Uhr)

Tag 5

Posted in Allgemein on Juli 31, 2011 by going2denmark

Adé Blockhütte…schee woars…kuschelig, aber wenigstens waren wir für uns.

Es ging weiter in den Norden Islands und dabei hat sich mal wieder die Gegensätzlichkeit Islands gezeigt. Plötzlich gab es Bäume und kräftiges Grün und die blauen Lupinen sind gelben Hahnenfuss gewichen. Gut, die Bäume auf Island sind etwas klein geraten, aber wenigstens sind es Bäume. Der erste Stopp des Tages war ein Torfmuseum mit hübschen kleinen Torfhäuschen. Sozusagen das kulturelle Rahmenprogramm auf unserer Reise. Aber wegen Museen bin ich ja nicht nach Island gekommen. Die zweitgrößte Stadt Islands wartete dann auch schon auf uns, Akureyri. Direkt am Wasser gelegen und mit vielen schneebedeckten Bergen drum herum. 2 Stunden durften wir die Stadt auf eigene Faust erkunden. Ich bin in den Botanischen Garten gegangen, habe die Kirche bewundert (nur von außen natürlich, denn rein durfte man wegen einer Beerdigung nicht) und einen Kaffee in einem hübschen blauen Café getrunken. Endlich mal ein bisschen Zeit für mich…

Und dann durften wir mal wieder einen Wasserfall bewundern, den Godafoss, der Wasserfall der Götter. Bis jetzt mein Favorit unter den gesehenen Wasserfällen. Bei Wasser blieb es dann auch, denn wir erreichten den Myvatn, den Mückensee. Viele Lavaformationen gibt es hier zu bewundern und sogenannte Pseudokrater. Kleine Krater ohne Lavaausstoss, aus denen nur heiße Luft rauskam (hihi, wie bei meinem Bruder). Einen schönen Abendspaziergang machten wir am See entlang, bevor wir zu unserer neuen Unterkunft fuhren. Und die Unterkunft war alles andere als schön, geschweige denn gemütlich. Sie hat mich stark an meine Zeit in Lyngby in Dänemark erinnert, als ich in dem roten Container wohnte. Nur der Container hier war nicht rot und wir mussten ihn uns nur zu viert teilen. 2 Nächte werde ich aber schon überstehen. Am Schlimmsten allerdings war das Duschen. Ich musste die Luft anhalten, damit ich den Schwefelgeruch aushielt. Hier in Island kommt das heiße Wasser direkt aus den heißen Quellen und leider kommt der Schwefelwasserstoff mit. In den Duschräumen hier am Myvatn hängt einem immer der Geruch nach faulen Eiern in der Nase. Das war auch schon so in der Jugendherberge in Reykjavik, aber hier am Myvatn ist es extrem. Wahrscheinlich weil die heißen Quellen gleich um die Ecke liegen.

Die letzte Aktion des Tages war das Abendessen. Fisch mit Kartoffelbrei und Erbsengemüse.   

Godafoss

 

Myvatn mit Pseudokratern

 

Abendspaziergang am Mückensee

 
 

Unser Container mit dem Elchmobil

 

Tag 6

Posted in Allgemein on Juli 31, 2011 by going2denmark

Eine gute Nacht in dem Container hatte ich wohl eher nicht. Ich war mit dem Gruppenschnarcher im gleichen Zimmer und die Betten haben dermaßen geknarzt, jedes Mal wenn sich jemand bewegte. Aber ich habe erfahren, dass die nächste Unterkunft eine Schule sein wird. In Island werden die Schulen in den Ferien geräumt und den Feriengästen zur Verfügung gestellt. Da bin ich ja mal gespannt…

Da wir ja am Myvatn sind mit den Lavafeldern und -formationen ging es heute natürlich an einen Krater, sogar mit Kratersee. Der Myvatn ist nicht nur reich an Lavafelsen, sondern auch an heißen Quellen. Daher liegt der Geruch nach faulen Eiern nicht nur in den Duschräumen in der Luft. Aber langsam habe ich mich daran gewöhnt. Die Farben am Krater waren unglaublich kräftig, vor allem das blau des Sees. Man konnte einmal um den Krater herumlaufen und mal wieder waren die Gegensätzlichkeiten unübersehbar. Denn neben dem Krater lag eine heiße Quelle und deren Wasser floss unter einem Schneefeld hervor und hat dabei ein richtiges Loch in den Schnee gefressen. Das musste ich natürlich gleich fotografieren. Den Krater mussten wir nach einer Umrundung wieder verlassen, auch weil eine Horde Franzosen den Krater gestürmt hat. Aber wo ein Krater ist, ist auch ein Lavafeld. Und so ging es mitten durch das Lavafeld hindurch. Das Lavafeld war von 1974 und noch ganz schwarz. Die Lavafelder im Westen um den Snäfellsjökull sind älter und daher schon von Flechten und Moosen bewachsen. Fast 1 Stunde ging es so durch Lavafelsen und ich musste eigentlich schon längst aufs Klo. Aber ein Ende unserer Wanderung war noch nicht in Sicht. Es ging entlang einer Felsspalte Richtung heiße Quellen. Denn das Gebiet, Krafla genannt, besteht nicht aus einem klassischen Vulkan wie man ihn sich vorstellt, sondern das ganze Gebiet ist der Vulkan. Und je nach Laune bricht irgendwo Magma hervor. Und an so einer Spalte wanderten wir entlang. Nach 1 Stunde machten wir Pause , an einem idyllischen Plätzchen, weit abseits von den Touristenplätzen mit herrlichem Blick in das Gebiet des Myvatn. Und da ich dermaßen dringend Pinkeln musste und kein Klo weit und breit in Sicht war, wurde ich doch glatt zum Wildpinkler. Kostet ja eigentlich 70€ (jedénfalls an Deutschen Autobahnen), aber bevor ein Unglück passiert…ich der Profi-Wildpinkler.

Es ging noch fast 2 h durch die Hügellandschaft bis uns der typische Geruch nach faulen Eiern erreichte…Aha, wir nähern uns unserem Ziel. Und dann eröffnete sich uns ein grandioser Blick auf die Dampf-und Schlammquellen, mit ihren leuchtend gelben und grünen Farben. Nach unserem Abstieg standen wir dann auch mitten drin, in blubbernden und dampfenden Schlammlöchern.

Ich war dann körperlich am Ende und wäre fast im Stehen eingeschlafen, aber da der Gruppenzwang mal wieder grüßen lässt, ging es noch in ein hübsches Café mit angrenzendem Kuhstall. Interessante Kombination. Jaha, ich habe auch einen Kaffee getrunken, der mir wirklich gut getan hat. 400 Kronen kostete der Kaffee. Wieviel Euro das sind weiß ich bis heut noch nicht, denn mit der Umrechnerei komme ich noch nicht so klar. Aber das war mir in dem Moment eh egal.

Am Abend gab es noch Tortellinis mit Carbonarasauce. Dann war ich aber wirklich überreif für mein Bett.

Mein Favorit dieser Reise bis jetzt: die Gletscherbesteigung des Snäfellsjökull… 

 

 

 

 

 

Tag 7

Posted in Allgemein on Juli 30, 2011 by going2denmark

Aaahh, ich habe Wale gesehen!!! Ich muss mich also revidieren. Mein Favorit bis jetzt: Whale Watching.

Aber der Tag hat natürlich nicht mit den Walen begonnen, wir waren ja noch am Myvatn und somit an einem See. Die einzigen Tieren, die ich hier gesehen habe waren Kühe, Schafe, Vögel und natürlich Mücken. Und da die Region um den Myvatn vor allem aus Lava besteht, stand auch heute Lava auf dem Tagesprogramm. Genauer gesagt Dimmuborgir. Nein, nicht die Band. Obwohl, ein Konzert von Dimmuborgir würde ich mir schon mal gerne anhören. Es ging in ein Labyrinth aus Lavaformationen, das Dimmuborgir heißt. Wer wohl zuerst da war, die Lava oder die Band?

Da ich ja auf einer WANDERrundreise bin, mussten wir auch heute wandern. Und zwar, tadaa, auf einen Explosionskrater, was denn sonst…es war sehr steil, staubig und heiß. Wegen der Sonne natürlich, nicht wegen Magma. Und dann, ich war schon ganz nervös, ging es endlich nach Husavik zum Wale gucken. 50€ hat es gekostet. Wenn man Wale sieht ist der Preis ok, aber wenn man keine Wale sieht…dann ist man wahrscheinlich so enttäuscht, dass man eh nicht mehr an das Geld denkt. Aber mir ging es Gott sei Dank nicht so, aber, da ich ja bekanntlich ein Pessimist bin, ging ich eigentlich davon aus, dass ich keine Wale sehen würde.

Mit einem Holzkutter ging es ewig aufs Meer raus. Der Kapitän wusste schon wo er hin musste, da er über Funk mit 2 anderen Schiffen in Verbindung stand, die gerade einen Wal sahen. Und dann…als erstes sieht man die Fontäne des Wals…dann kommt die Rückenflosse…und dann treibt er ein bisschen an der Oberfläche, taucht kurz ab und kommt dann wieder hoch. Erst wenn er die Schwanzflosse zeigt, taucht er für ca. 20 Minuten ab . Das hab ich 3 Mal sehen dürfen. Es war übrigens ein Buckelwal…grins! Und dann schwamm hinten am Schiff ein kleinerer Zwergwal vorbei. Da ich mich hinten im Schiff positioniert hatte, konnte ich ihn schön sehen.

Die 2 1/2 Stunden gingen schnell vorbei, Aber ich ging total happy von Bord. Ich hab mich gefreut wie ein Kleinkind. Für mich war der Tag natürlich gelaufen, aber wir machten eh nichts mehr. Wir fuhren nur noch zu unserer Unterkunft. Genau, der Schule. Sehr lustig. Wir schlafen alle zusammen in einem Klassenzimmer. Und die Schule hat sogar einen Pool. Apropos Pool. Da hab ich doch glatt vergessen, dass ich gestern in einer kleineren Ausgabe der Blauen Lagune schwimmen war. Na ja, schwimmen kann man das nicht nennen. Denn das Wasser hatte 38-40°C und ist nur schultertief. Da bleibt einem gar nichts anderes übrig, als zu liegen und vor sich hin zu träumen (von Walen natürlich). 

Dimmuborgir

 

 

Explosionskrater

 

Blick auf Husavik

 

 

 

Tag 8

Posted in Allgemein on Juli 30, 2011 by going2denmark

Oh Gott bin ich fertig…

Schon beim Frühstück ließ unser Naturbursche verlauten, dass wir heute ca. 4 Stunden durch den Jökulsargljufur Nationalpark wandern würden. 4 Stunden? Was bitte? Da hab ich doch glatt eine Tasse Kaffee weniger getrunken, denn wer weiß wie es da mit den Klos so aussieht. Jetzt weiß ich es…mau sieht es aus…ich bin ja aber schon ein Profi-Wildpinkler. Der Nationalpark ist wirklich grandios. Von beiden Seiten wird er von riesigen Basaltfelswänden flankiert und die Schlucht bzw. das Tal wird von einem Fluss durchströmt mit vielen kleinen Nebenflüsschen. Enstanden ist das Tal durch eine katastrophale Flut nach einem Vulkanausbruch, die alles mitriss, was sich ihr in den Weg stellte.

Erst sind wir durch die Schlucht gewandert und dann noch auf einen roten Explosionskrater. Eigentlich dachte ich, dass die Wandertour damit beendet wäre, immerhin waren die 4 h schon rum, aber unser Naturbursche stellte uns vor die Wahl…entweder zurück zur Unterkunft, oder entlang der Schlucht ca. 3 h weiter wandern. Ja, und da der Gruppenzwang grüßen lässt, mal wieder, ging es an der Kante der Schlucht entlang weiter…und weiter…insgesamt brauchten wir mehr als 3 Stunden. Die Aussicht in die Landschaft war wunderschön, aber nach fast 8 Stunden auf den Beinen und an der frischen Luft war ich einfach fertig. Unsere Motivation um immer weiter zu gehen…die Pizza am Abend. 

 

 

 

 

Tag 9

Posted in Allgemein on Juli 28, 2011 by going2denmark

Halbzeit! Die Hälfte meiner Zeit auf Island ist schon rum und bis jetzt hat mir alles gefallen, aber besonders…wie könnte es auch anders sein…die Wale.

Leider mussten wir heute die Schule verlassen (alle mit Bravour bestanden). Als Unterkunft hat sie mir wirklich gut gefallen. Man hatte viel Platz, wir waren fast alleine und es war einfach etwas Aussergewöhnliches. Und da wir schon lange keinen Wasserfall mehr angeschaut hatten, war heute der Dettifoss fällig, der wasserreichste Wasserfall Europas. Aha. Vorher ging es aber noch einmal in die Schlucht, um sie auch von unten  (und nicht nur von der oberen Kante) ausgiebig zu bewundern. Wirklich beeindrucken was die Natur alles schaffen kann. Und um sich die Entstehung der Schlucht auch noch einmal im Detail erklären zu lassen, stand das VisitorCenter von Asbyrgi zur Verfügung. Eine 1/2 Stunde hatten wir Zeit uns ausgiebig zu informieren. Natürlich konnte man sich auch Souvenirs kaufen. Isländische Heilkräuter, Birkensirup, Seifen, um nur ein paar zu nennen. Was ich mir gekauft habe können sich sicher alle denken…Nichts.

Um dann aber endlich zum Dettifoss zu gelangen, mussten wir 23 km über eine Hoppelstraße, auch Schotterpiste genannt fahren. Über 1 h haben wir dafür gebraucht, auch weil Nebel die Sicht auf 20 m beschränkte. Und dann waren wir da und kein Wasserfall weit und breit. Nur das laute Getöße des Wassers war zu hören. Also am richtigen Ort waren wir daher schon, aber vor lauter Nebel konnten wir keinen Wasserfall sehen. Enttäuscht trat ich dann den Rückzug zum Elchmobil an. Nach der Hälfte des Rückweges rief mich der Naturbursche doch glatt zurück…und tadaa…wie bestellt, verschwand der Nebel und wir hatten doch noch einen schönen Blick auf den Wasserfall. Sogar für ein verwuscheltes ‚Julia war da‘ Bild hat es gereicht. Als wir unsere Reise zur nächsten Unterkunft wieder aufnahmen, zog der Nebel schon wieder ins Tal. Glück gehabt…  

Mehr Sehenswürdigkeiten standen heute nicht mehr auf dem Programm, da wir bis in die Ostfjorde Islands fahren mussten. Aber plötzlich, ich döste so vor mich hin, bog der Naturbursche ganz unerwartet von der asphaltierten Ringstraße auf eine Schotterpiste ab. Schlagartig war ich von dem Geholpere wieder wach. Es gab einen Zwischenstopp in einem Waffelhaus, das in einem hübschen Torfhäuschen mit grasbewachsenem Dach untergebracht war. Gewandert sind wir heute zwar nicht, aber als Belohnung gab es eine Waffel mit Kaffee (Zum Nachfüllen, denn das ist auf Island so üblich) (der Kaffee natürlich).

Unsere neue Unterkunft war endlich wieder ein Häuschen, das wir für uns hatten. Direkt an einem See gelegen. Den Namen des Sees weiß ich nicht mehr, aber der Ort hieß Egilsstadir. Und da die Frauen bis jetzt die meiste Zeit gekocht haben, mussten die Männer heute mal ran und grillten. Leider musste ein Lamm dran glauben, aber für mich gab es eine Extrawurst.

Nebel des Grauens am Dettifoss

 

Der Dettifoss ohne Nebel

 

 

Das Waffelhaus