Tag 1

So, jetzt weiß ich auch, wie es ist, bei einem Gewitter zu fliegen. Ob mir die Erfahrung wirklich noch gefehlt hat, ist anzuzweifeln. Aber wer nach Island will, muss eben fliegen…und ich will nach Island. Also Augen zu und durch. 2 Stunden Verspätung hatten wir dann wegen der Gewitterfront über München, und ich wäre im Flugzeug fast gestorben, denn wir standen schon auf der Startbahn und rechts und links und um uns herum hat es geblitzt, dass ganz München inklusive Freising erhellt war. Irgenwann bekamen wir die Starterlaubnis dann doch noch…und schwupps waren wir in der Luft und das Gewitter hinter uns. Faszierend war, dass wir nachts um 23:30 Uhr (eigentlich 22:05 Uhr) losgeflogen sind, bei tiefster Dunkelheit und in die Helligkeit geflogen sind, genauer gesagt in den Sonnenuntergang. Eine blutrote Sonne ist über dem Meer auf unserem Weg nach Island untergegangen. Leider sass ich genau auf der falschen Seite und konnte nur ab und zu einen Blick auf die Sonne erhaschen.

In Island, genauer gesagt in Keflavik, wurde ich von einem echten Naturburschen abgeholt, dem Herrn Kaiser, aber dunkel war es immernoch nicht. Eigentlich war die Sonne schon wieder am Aufgehen, und ich immernoch nicht in meinem Bett. Erst um 2:30 Uhr Ortszeit, also 4:30 bayerischer Zeit konnte ich in meinen Schlafsack schlüpfen, und dann war auch noch ein Schnarcher unter meinen Mitreisenden. Nicht sehr angenehm. Das schnurren meiner Katzen wirkt wenigstens beruhigend. Ach, ich muss wohl noch sagen, dass ich dieses mal nicht alleine unterwegs bin, und auch nicht mit Viktorija. Sondern mit einer geführten Reisegruppe, also mit 7 Mitstreitern schlage ich mich durch die karge Landschaft Islands. Karg? Eigentlich nicht. Blau würde ich sagen, denn überall blühen die blauen Lupinen und verleihen der Insel einen romantischen Touch. Sonst ist die Landschaft sehr felsig, moosig und grasig und Bäume gibt es so gut wie gar nicht. Ganz anders als das grüne Allgäu mit seinen vielen Bäumen.

Am Morgen konnte ich dann meine Mitreisenden kennenlernen. Lauter Pärchen und ich bin auch noch die Jüngste. Und mit meiner ruhigen Art wirke ich auf die anderen vielleicht etwas schüchtern, oder eingebildet. Jedenfalls will ich ja Island kennenlernen und nicht die Reisegruppe…

Als ersten Ausflug ging es dann auch gleich zum größten Wasserfall Islands, dem Gullfoss. Viel Wasser, das mit viel Getöse und Lärm in eine schmale Schlucht fließt. Leider wurde man von kleinen Fliegen angefallen. Gestochen haben sie zwar nicht, sind einem aber in Ohren und Nase geflogen. Eine kitzelige Angelegenheit. Weiter ging es zum Geothermal Gebiet, das gleich um die Ecke lag. Viele Touristen und viel Dampf. Aus allen Löchern im Boden dampft und blubbert es. Und ein Geysir, der Stokkur ist sogar aktiv und stösst alle 5 Minuten eine Fontäne aus. Leider hält er sich nicht an den Zeitplan und so erschrickt man dann doch, wenn er loslegt. Also sass ich dann mit erhobenem Foto davor und hab gewartet…und abgedrückt…juchuh, ich hab ihn erwischt, den Schlingel.

Wieder im Auto musste ich dann mit mir kämpfen, damit ich nicht einschlafe. Es war zwar erst 14:00 Uhr, aber ich war echt fertig. Und ins Bett einen Mittagschlaf machen konnte ich auch nicht, denn es ging weiter. Nach Pingvellir, dem Ort, wo die Nordamerikanische und die Eurasische Kontinentalplatte aufeinandertreffen. Eine Felswand, mit Fluss und vielen bunten Blumen. Sehr idyllisch. Touristen gab es natürlich auch dort, aber trotz allem war es ruhig und entspannend. Na ja, entspannend war es nicht. Ich war einfach fertig. Gut, dass wir uns dann auf den Rückweg zur Jugendherberge in Reykjavik gemacht haben. Mit Zwischenstopp im Supermarkt. Da meint man Supermarkt ist Supermarkt. Aber in Island sollte man mit Winterjacke einkaufen gehen. Denn es gibt keine Kühlregale, sondern nur Kühlräume durch die man geht. Sehr erfrischend.

Und dann durfte ich immernoch nicht ins Bett. Gemeinsames Kochen stand auf dem Programm…Spaghetti mit Tomatensauce und Würstchen…kein Kommentar…und dann durfte ich ins Bett…endlich.

 

 

 

 

 

 

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