Archiv für August, 2011

Mein Island Tagebuch

Posted in Allgemein on August 8, 2011 by going2denmark
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Tag 1

Posted in Allgemein on August 7, 2011 by going2denmark

So, jetzt weiß ich auch, wie es ist, bei einem Gewitter zu fliegen. Ob mir die Erfahrung wirklich noch gefehlt hat, ist anzuzweifeln. Aber wer nach Island will, muss eben fliegen…und ich will nach Island. Also Augen zu und durch. 2 Stunden Verspätung hatten wir dann wegen der Gewitterfront über München, und ich wäre im Flugzeug fast gestorben, denn wir standen schon auf der Startbahn und rechts und links und um uns herum hat es geblitzt, dass ganz München inklusive Freising erhellt war. Irgenwann bekamen wir die Starterlaubnis dann doch noch…und schwupps waren wir in der Luft und das Gewitter hinter uns. Faszierend war, dass wir nachts um 23:30 Uhr (eigentlich 22:05 Uhr) losgeflogen sind, bei tiefster Dunkelheit und in die Helligkeit geflogen sind, genauer gesagt in den Sonnenuntergang. Eine blutrote Sonne ist über dem Meer auf unserem Weg nach Island untergegangen. Leider sass ich genau auf der falschen Seite und konnte nur ab und zu einen Blick auf die Sonne erhaschen.

In Island, genauer gesagt in Keflavik, wurde ich von einem echten Naturburschen abgeholt, dem Herrn Kaiser, aber dunkel war es immernoch nicht. Eigentlich war die Sonne schon wieder am Aufgehen, und ich immernoch nicht in meinem Bett. Erst um 2:30 Uhr Ortszeit, also 4:30 bayerischer Zeit konnte ich in meinen Schlafsack schlüpfen, und dann war auch noch ein Schnarcher unter meinen Mitreisenden. Nicht sehr angenehm. Das schnurren meiner Katzen wirkt wenigstens beruhigend. Ach, ich muss wohl noch sagen, dass ich dieses mal nicht alleine unterwegs bin, und auch nicht mit Viktorija. Sondern mit einer geführten Reisegruppe, also mit 7 Mitstreitern schlage ich mich durch die karge Landschaft Islands. Karg? Eigentlich nicht. Blau würde ich sagen, denn überall blühen die blauen Lupinen und verleihen der Insel einen romantischen Touch. Sonst ist die Landschaft sehr felsig, moosig und grasig und Bäume gibt es so gut wie gar nicht. Ganz anders als das grüne Allgäu mit seinen vielen Bäumen.

Am Morgen konnte ich dann meine Mitreisenden kennenlernen. Lauter Pärchen und ich bin auch noch die Jüngste. Und mit meiner ruhigen Art wirke ich auf die anderen vielleicht etwas schüchtern, oder eingebildet. Jedenfalls will ich ja Island kennenlernen und nicht die Reisegruppe…

Als ersten Ausflug ging es dann auch gleich zum größten Wasserfall Islands, dem Gullfoss. Viel Wasser, das mit viel Getöse und Lärm in eine schmale Schlucht fließt. Leider wurde man von kleinen Fliegen angefallen. Gestochen haben sie zwar nicht, sind einem aber in Ohren und Nase geflogen. Eine kitzelige Angelegenheit. Weiter ging es zum Geothermal Gebiet, das gleich um die Ecke lag. Viele Touristen und viel Dampf. Aus allen Löchern im Boden dampft und blubbert es. Und ein Geysir, der Stokkur ist sogar aktiv und stösst alle 5 Minuten eine Fontäne aus. Leider hält er sich nicht an den Zeitplan und so erschrickt man dann doch, wenn er loslegt. Also sass ich dann mit erhobenem Foto davor und hab gewartet…und abgedrückt…juchuh, ich hab ihn erwischt, den Schlingel.

Wieder im Auto musste ich dann mit mir kämpfen, damit ich nicht einschlafe. Es war zwar erst 14:00 Uhr, aber ich war echt fertig. Und ins Bett einen Mittagschlaf machen konnte ich auch nicht, denn es ging weiter. Nach Pingvellir, dem Ort, wo die Nordamerikanische und die Eurasische Kontinentalplatte aufeinandertreffen. Eine Felswand, mit Fluss und vielen bunten Blumen. Sehr idyllisch. Touristen gab es natürlich auch dort, aber trotz allem war es ruhig und entspannend. Na ja, entspannend war es nicht. Ich war einfach fertig. Gut, dass wir uns dann auf den Rückweg zur Jugendherberge in Reykjavik gemacht haben. Mit Zwischenstopp im Supermarkt. Da meint man Supermarkt ist Supermarkt. Aber in Island sollte man mit Winterjacke einkaufen gehen. Denn es gibt keine Kühlregale, sondern nur Kühlräume durch die man geht. Sehr erfrischend.

Und dann durfte ich immernoch nicht ins Bett. Gemeinsames Kochen stand auf dem Programm…Spaghetti mit Tomatensauce und Würstchen…kein Kommentar…und dann durfte ich ins Bett…endlich.

 

 

 

 

 

 

Tag 2

Posted in Allgemein on August 7, 2011 by going2denmark

So, jetzt ist es amtlich, ich bekomme sogar auf Island Sonnenbrand. Aber das bin ich ja schon gewöhnt…

Unsere erste Station heute war der obligatorische Wasserfall. Leider habe ich den Namen vergessen, aber das ist bei den komischen Isländischen Namen auch kein Wunder. Auf alle Fälle habe ich festgestellt, dass die Pastellfarben in Island erfunden wurden. Alles wirkt anders als in Deutschland, das Gras ist pastellgrün, die Berge pastellbraun und ab uns zu auch mal pastellviolett. Als wenn ein Maler seine Pastellfarben über die Berge hat laufen lassen. In Wirklichkeit sind es die Lupinen, die die Landschaft pastellblau färben. Und dunkel wird es auf Island um diese Jahreszeit wirklich nicht. Man muss schon durch einen Tunnel fahren, damit man es absolut dunkel hat. Ja, es gibt wirklich Tunnel auf Island. Die Isländer bohren im Allgemeinen eh gerne. Wo es ihnen gefällt bohren sie in die Erde und zapfen die heißen Quellen an. Das Wasser wird dann in Pipelines in die Städte bzw. in die Dörfer geleitet. Jedenfalls ist, wo es dampft eine heiße Quelle und damit eine Touristenattraktion. Und wir natürlich mittendrin.

Was bei einer Rundreise auf Island auf gar keinen Fall fehlen darf, ist das Besteigen eines Vulkans. Mein erster Vulkan im Übrigen und er heißt Eldborg. Gott sei Dank war er schon ausgebrochen und wir bewunderten nur den Krater. Und natürlich das Lavafeld drum herum. Immerhin mussten wir das durchwandern, um zum Krater zu gelangen. Es ist nur ein kleiner Vulkan, aber die Gewalt, die hinter einem Ausbruch steckt ist beeindruckend. Ich weiß die ursprüngliche Höhe des Vulkans nicht, aber am Ende waren es nur noch 120 m. 

Bei dieser Besteigung blieb es am heutigen Tage allerdings nicht, denn es stand noch eine Wand aus Basaltkegeln auf dem Programm. Oben angekommen hatten wir einen wunderschönen Blick auf Eldborg, den Vulkankrater und sahen erst das Ausmaß seines Lavafeldes und welche Fläche die Lava unter sich begräbt. Live dabei sein will ich dann doch lieber nicht. Apropos Vulkanausbruch…am Morgen hatten wir doch glatt erfahren, dass Katla, ein Vulkan im Süden Islands stark rumort, und dass der Süden schon evakuiert wurde. Im Moment sind wir ja im Westen, bewegen uns aber stetig nach Süden…oh Gott, oh Gott, oh Gott.

Unsere Besichtigungstour mussten wir dann unterbrechen, um im letzten Supermarkt einzukaufen, den wir in den nächsten 2 Tagen zu Gesicht bekommen. Wie das die Isländer machen, die im Westen wohnen…2 Stunden Fahrt zum Einkaufen ist dann doch heftig. Aber wir sind soweit versorgt und so ging es dann zu unserer nächsten Unterkunft. Und wir hatten keine Ahnung was uns erwartet…ein kleines blaues Häuschen in Hellnar, das oben am Rande einer Klippe steht mit atemberaubenden Blick aufs Meer. Und mit dieser tollen Aussicht aufs Meer haben wir zu Abend gegessen. Es gab im Übrigen Chilli Con Carne….sehr lecker. Und eigentlich war ich mal wieder mehr als bereit für mein Bett, aber der Gruppenzwang lässt grüßen…nach dem Essen um 20 Uhr sind wir bei strahlendem Sonnenschein 2 Stunden an der Klippe entlang gewandert und genossen das Meer, bewunderten die vielen Möwen und sogar das Einstiegsloch zum Mittelpunkt der Erde. Jules Verne lässt grüßen. Um halb elf durfte ich dann endlich ins Bett, aber dunkel war es immernoch nicht.

Eldborg

Tag 3

Posted in Allgemein on August 7, 2011 by going2denmark

Heute musste ich feststellen, dass Island eine Insel der absoluten Gegensätze ist. Am Morgen bestiegen wir den Gletscher Snäfellsjökull und am Abend waren wir am Sandstrand bei schönstem Sonnenschein.

Den Snäfellsjökull durfte ich schon nach meiner Landung in Keflavik bewundern. Ein weißer Berg auf der gegenüberliegenden Halbinsel von Reykjavik. Mit 1450 m eher ein kleiner Gletscher, aber immerhin mein erster Gletscher, den ich zu Fuß besteigen darf.

Da unser Reiseleiter, der Naturbursche meinte, dass es sehr kalt werden würde, zog ich mich extra warm an. Gefütterte Wanderhose und Fleecejacke, aber die Fleecejacke musste ich schon  nach 30 Minuten unserer Wanderung wieder ausziehen, so verschwitzt war ich (die Hose habe ich aber angelassen). Kein Wind, kein Nebel, nur Sonnenschein. Der Anfang unserer Besteigung war noch relativ gemächlich, aber dann hat das Schneefeld begonnen, das bis zum Gipfel reichte. Und ohne Wanderstöcke ist jeder Schritt im Schnee unglaublich anstrengend, wie Treppensteigen. Und von unten sah es bis zum Gipfel gar nicht so weit aus, aber es hat sich unendlich gezogen, und meine Kräfte wurden immer weniger und natürlich auch meine Motivation. Warum tut man sich das noch mal an? Die Antwort bekam ich, als ich endlich den Gipfel erreichte. Ich war unglaublich stolz auf mich, dass ich das geschafft habe. Ah, des Glücksgefühls wegen macht man das. Leider musste ich dann auch wieder runter, natürlich im Schnee. Runter geht es zwar schneller, aber es ist schwer nicht im Schnee wegzurutschen. Und so musste ich mich schwer konzentrieren, um wieder heil am Auto anzukommen. Ich habe einen Gletscher bestiegen!!! Und war total am Ende…aber nein, in mein Bett durfte ich noch nicht. Erst durften wir noch an den Sandstrand von Búdir und damit ans Meer. Was natürlich auch sehr schön war, aber eben der totale Gegensatz zum Schnee und Eis auf meinem Gletscher. Eine Kirche in Búdir schauten wir uns auch noch an, aber mit Kirchen habe ich es ja bekanntlich nicht so. Aber was mir auffiel ist, dass egal wieviele Häuser ein Dorf hat, und seien es auch nur 2, eine Kirche gibt es. Die Kirche kommt noch vor einem Supermarkt. Denn sonst hätten wir für unsere 2 Tage in Hellnar nicht wie die Hamster auf Vorrat einkaufen müssen…

Meine Mitreisenden gingen anschließend dann noch in ein Schwimmbad. Aber wie mit Kirchen habe ich es bekanntlich auch nicht so mit Schwimmbädern. Und so habe ich mir die Zeit an einem kleinen Bächchen mit vielen Lupinen und Pferden vertrieben, mit Bergen im Hintergrund…wie romantisch…

Natürlich gab es dann noch Abendessen, Würstchen mit Kartoffelbrei und Sauerkraut. Der Kartoffelbrei war sogar selbstgemacht! 

Snäfellsjökull

 

 

 

 

Tag 4

Posted in Allgemein on August 7, 2011 by going2denmark

Heute mussten wir leider unser kleines blaues Häuschen verlassen und damit den schönen Blick aufs Meer. Ein Wal ist in der Zeit auch nicht an unserem blauen Häuschen vorbeigeschwommen, obwohl im Reiseführer steht, dass Wale regelmäßig bei Hellnar vorbeikommen. Da hat das ganze Warten nichts genutzt. Aber ich habe ja noch 2 Wochen Zeit, um Wale zu sehen.

Unser erstes Tagesziel lag nur ca. 1km von Hellnar entfernt, eine Felsformation, die aussieht wie eine Lokomotive am Meer. Ein Wal hab ich auch hier nicht gesehen, obwohl ich lange Ausschau gehalten habe. Aber…tadaa…meinen ersten Papagaientaucher sichtete ich auf einem Felsen, sehr süß. Leider sah ich ihn nur aus der Ferne und mein Zoom von meiner Kamera war nicht wirklich geeignet, um ihn ganz nah zu sehen. Aber wie bei den Walen, kommt der richtige Vogelfelsen noch, und hoffentlich sehe ich sie dann ganz nah! Geduld ist alles! Und ich bin ja ein geduldiger Mensch…

Weiter ging es zu einem hübschen Strand (natürlich ohne Wale), mit vielen kleinen, runden, schwarzen Steinchen. Da musste ich doch glatt ein paar einpacken. Und falls ich am Ende Übergepäck haben sollte, muss ich eben meine Wanderschuhe in die Hand nehmen…

Leider war dann wieder Autofahren angesagt und nicht alle Straßen sind ausgebaut. Und so ging es fast 3 Stunden über eine Schotterstraße. Das Gerumpel hat mich so müde gemacht, dass ich doch glatt eingeschlafen bin. Und dann gab es plötzlich wieder einen Supermarkt. Auf Vorrat mussten wir jetzt nicht mehr einkaufen, denn jetzt waren wir wieder in einer Touristenregion Islands…im Norden, in der Nähe des Myvatn, dem Mückensee. Aber was heute natürlich nicht fehlen durfte, war der obligatorische Wasserfall. Nach ausgiebiger Bewunderung ging es weiter, bis der Naturbursche uns einfach aus dem Auto geworfen hat und wir zum ausgemachten Treffpunkt laufen mussten. Eine Strafe war es nicht wirklich, denn es ging am Strand entlang. Und nachdem ich heute schon meinen ersten Papagaientaucher gesehen habe, konnte ich doch wirklich noch Kegelrobben sehen. Mal wieder aus der Ferne, aber immerhin. Damit war das Tagesprogramm dann zu Ende. Das war aber nicht weiter tragisch, denn die Gletscherbesteigung sass mir doch noch in den Oberschenkeln.

Ach ja, unsere neue Unterkunft, ein Blockhäuschen an einem kleinen Bach mit Wasserfall und Schafen. Das Blockhäuschen hat aber nur 2 Schlafzimmer mit 4 Betten. Häh, unsere Gruppe besteht doch aus 9 Personen. Für die verbleibenden 5, inklusive mir blieb nur die Gallerie mit Matratzenlager. Das wird eine kuschelige Angelegenheit heute Nacht.

Ach, und gegessen haben wir natürlich auch noch…Käse-Lauch-Suppe mit Hackfleisch…wo gibt’s denn sowas!

mein erster Papagaientaucher!!!

Kegelrobben

Die Fast-Mitternachtssonne (um 23:30 Uhr)