Archiv für März, 2009

Pechvogel, Vogelpech – Unglücksrabe, Rabenunglück

Posted in Studentenleben on März 29, 2009 by going2denmark

Ich muss es zugeben, in letzter Zeit habe ich meinen Blog sehr vernachlässigt. Und eine wirkliche Ausrede hab ich auch nicht parat, es ist halt einfach nix Spannendes passiert. Vielleicht, dass mein neues mittelgroßes Fahrrad mal wieder nach einer Woche den Geist aufgegeben hat. Na ja, das ist vielleicht etwas übertrieben. Ich hatte einen Platten im Vorderrad und an sich ist das noch nicht der Weltuntergang. Aber wenn man dann an der Tankstelle steht und sein Fahrrad aufpumpen will und dann das Ventil abbricht, an einem neuen Fahrrad, das kommt dann einer persönlichen Apokalypse sehr nahe.

Aber jetzt soll alles besser werden. In zwei Wochen geht es nach Oslo, und das mit der Fähre, der Pearl of Scandinavia. Ausserdem darf ich auf ein 2-tägiges Symposium, um mein Thema meiner Diplomarbeit vorzustellen. Das Abstract hab ich dafür schon geschrieben und jetzt fehlt nur noch das Poster. Und vielleicht darf ich das nach dem Kongress sogar mit nach Hause nehmen und dann lass ich es mir rahmen und hänge es an die Wand. Jetzt brauch ich nur noch was zum anziehen, denn in meinem persönlich bevorzugten Gammel-Look kann ich da wohl nicht hingehen. Schuhe hab ich schon, jetzt fehlen nur noch ein Rock und ein Trenchcoat. Ob ich wirklich einen Rock anziehe bleibt wohl noch offen, denn das letzte Mal als ich einen Rock anhatte war an der Goldenen Hochzeit meiner Großeltern und an meinem Abiball, und das war 2004. Aber vielleicht tut es meinen Beinen auch mal gut etwas Sonne ab zu bekommen, denn so weiss wie die sind, erhellen sie jeden Raum ganz ohne elektrisches Licht.

Apropos Sonne, heute war mal wieder das ultimative Frühlingswetter in Kopenhagen und Umgebung und da es die letzten Tage nur geregnet und geschneit hatte, war das mal eine tolle Abwechslung. Und da mein mittelgroßes goldenes Fahrrad im Moment keinen Platten oder anderweitige Schäden hat, hab ich es mir geschnappt und bin Richtung Klampenborg und Öresund gefahren. Und ich war nicht die einzige mit dieser Idee. Der Weg am Meer entlang war gut besucht und ich bin einfach der Masse gefolgt, hab die frische Meeresluft genossen und mir die Sonne auf die Nasenspitze scheinen lassen (Hoffentlich hab ich keinen Sonnenbrand bekommen…).  Und da die Menschenmenge dann in einen Park abgebogen ist, bin ich halt auch mal abgebogen und stand auf einem riesigen Gelände mit Flüsschen und Wäldern. Sogar mit Kutschen hätte man sich durchfahren lassen können, aber mir wäre das  wohl nur peinlich gewesen und ausserdem zu teuer. Und dann stand ich plötzlich mitten in einer Herde von Rentieren. Die laufen dort frei herum und wären sie nicht so scheu gewesen, hätte man sie sogar streicheln können. Eine Herde Rehe gab es auch, den Nikolaus und seinen Schlitten hab ich allerdings nicht gesehen. Der stand wahrscheinlich im  Schuppen hinter der nächsten Kurve…allerdings ist in dem Park auch ein Vergnügungspark. Laut meinem Reiseführer der Älteste in ganz Dänemark, da mir das aber nicht ganz so geheuer war, bin ich wieder in Richtung Meer und zu meinem Fahrrad gegangen. img_1432

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Mein mittelgroßes goldenes Fahrrad

Posted in 1 on März 18, 2009 by going2denmark

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Fahrrad im ‚Kartong‘

Posted in 1 on März 14, 2009 by going2denmark

Heute hätte ich den Beitrag auch ‚Aufgaben‘ nennen können, denn ich habe eine richtige Aufgabe zu bewältigen und ich habe etwas aufgeben müssen. Aber erst mal der Reihe nach…

Ende März ist ein Symposium über Lebensmittelhygiene, wo genau das ist, weiss ich jetzt auch nicht, aber mein Betreuer hat gemeint, dass mein Thema sehr gut dazu passen würde. Und so muss ich jetzt ein Abstract schreiben und ein Poster über mein Thema für dieses Symposium entwerfen. Dann gehe ich halt unter die Designer. Gemacht hab ich so was zwar noch nicht, aber irgendwann ist ja immer das erste Mal.

Die zweite Aufgabe betrifft mein kleines lila Fahrrad. Alles rumdoktorn hat nichts gebracht, ich musste es aufgeben. Gut, dass ich nicht Medizin studiert habe, denn ich muss leider sagen ‚Patient tot‘. Zum Glück gibt es keinen Studiengang mit der Richtung Fahrradmedizin und mit meiner Zweitkarriere als Fahrradmechaniker wird es wohl jetzt auch nichts mehr werden.  Und so bin ich in den Baumarkt gegangen, da ich ja irgendwoher einen Ersatz für mein kleines lila Fahrrad brauchte und wie es der Zufall so will war gerade bei ‚Harald Nyborg‘ (Nein, nicht OBI) ein Fahrrad im Angebot. Und ich hab natürlich gleich zugeschlagen. Blöd nur, dass man das Fahrrad in Einzelteilen in einem großen Karton bekommt. Und so stand ich jetzt da, mit meinem Karton und wusste im ersten Moment nicht was ich tun sollte. Denn ich dachte ja eigentlich ich könnte mit dem Fahrrad gleich Heim fahren. Aber Pfeifendeckele. So ein grossen Karton im Bus transportieren ist schlecht, und ich muss ja auch erst einmal zur Bushaltestelle kommen. Aber ich könnte es ja vor dem Laden aufbauen, leider hatte ich kein Werkzeug dabei. Aber wozu kauft man sich denn ein Fahrrad im Baumarkt, also hab ich den netten Verkäufer gefragt ob ich Werkzeug haben könnte. ‚Werkzeug?Ham wir net!‘ Stimmt ja, weiss ich ja von Deutschland, dass Baumärkte allgemein kein Werkzeug haben! Also stand ich immer noch da mit meinem Karton. Aber ein Fahrrad muss man ja nicht fahren, man kann es ja auch schieben. Also hab ich es vor dem Laden, auf dem Parkplatz provisorisch zusammen geschraubt und ich glaube so viele Zuschauer hatte ein Fahrradkäufer noch nie. Und so hab ich mich dann mit meinem Fahrrad an meiner rechten Seite, dem Sattel und dem Schutzblech in meiner Tasche und dem Lenker in meiner linken Hand auf den Rückweg zu meinem Container gemacht. Und so heisst es jetzt nicht mehr mein kleines lila Fahrrad, sondern mein mittelgroßes goldenes Fahrrad.

Leider sind die Reifen grundsätzlich nur halb aufgepumpt bei einem Baumarkt Fahrrad und so hab ich jetzt zwar ein Fahrrad, kann aber nicht damit fahren, da ich keine Luft in den Reifen habe. Also muss jetzt wohl erst einmal eine Tankstelle her…

Ich bin doch nicht blöd!

Posted in 1 on März 5, 2009 by going2denmark

Tja, langsam glaube ich wirklich, dass mich jemand oder etwas daran hindern will an Wochenenden arbeiten zu gehen. Obwohl das ja auch keine richtige Arbeit ist und ich keinen Stress habe. Und doch passiert es mir jedes Mal, dass an einem Samstag mein kleines lila Fahrrad den Geist aufgibt. Mit dem Achter im Hinterrad konnte ich ja noch leben, aber nun hatten sowohl der Mantel als auch der Schlauch einen grossen Riss, und damit konnte ich nun definitiv nicht mehr leben und kurzerhand hab ich mein kleines lila Fahrrad aufgegeben und mich auf einen Flyer hin bei jemanden gemeldet, der billig die an den Containern herumstehenden Fahrräder verkauft. Und ich hab alle meine Hoffnungen auf denjenigen gesetzt. Stutzig hätte ich werden sollen, als ich gemerkt habe, dass es sich um einen Franzosen handelt. Auf Franzosen ist einfach keinen Verlass…und nachdem ich jetzt 3 Tage mit dem Bus gefahren bin und sich der Franzose immer noch nicht gemeldet hat, hab ich es einfach in meine eigene Hand genommen. Bin spontan in einen Baumarkt gegangen, habe einen neuen Mantel und einen Schlauch gekauft und…ping…mein Fahrrad ist wieder tiptop. Naja, fast, den Achter hat es nämlich immernoch, aber damit kann ich, wie gesagt gut mit leben.  Und das alles hat mich gerade Mal 10 € gekostet. Darauf hätte ich ja auch schon 3 Tage früher kommen können. Und Morgen früh darf ich endlich wieder mit meinem kleinen lila Fahrrad ins Institut fahren. Denn das Busfahren ist echt schrecklich. Morgens schon Menschen begegnen, die sich lauthals um einen blöden Sitzplatz streiten und meine Individualdistanz wurde auch nicht gewahrt. Ausserdem weiss ich bis heute nicht, was die Fahrt ans Institut genau kostet, denn alle Busfahrer haben mir einen anderen Preis berechnet. Aber damit ist ja Gott sei Dank Morgen Schluss.

Und die Moral von der Geschicht, Franzosen mag man oder nicht…

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