Archiv für Februar, 2009

Heisshunger trifft auf Fertigbackmischung

Posted in 1 on Februar 25, 2009 by going2denmark

Ich wollte meinen Kollegen mal was gutes tun und habe Muffins für sie gebacken. Ob ich ihnen damit wirklich was gutes getan habe bleibt natürlich dahin gestellt, da meine Backkünste noch nicht voll ausgebildet sind und manchmal etwas versagen. Aber es ist natürlich auch ein Abenteuer etwas zu backen in einer Küche in der es weder Rührschuessel, Rührgerät, Schneebesen, noch einen Messbecher gibt. Aber die moderne Frau von heute weiss sich natürlich zu helfen und hat im Labor ein paar nützliche Helferlein mitgehen lassen. Von klauen wollen wir hier nicht sprechen.  Und ein Topf kann ja auch als Rührschüssel durchgehen und eine Gabel zum Umrühren tut es ja auch. Aber neben den nichtvorhandenen Backutensilien gab es noch ein anderes Problem. Da ich in Lyngby sozusagen auf dem Dorf lebe und somit von zufusserreichenden Einkaufsmöglichkeiten abgeschnitten bin, muss jeder Einkauf gut geplant sein, und wenn einen der Heisshunger auf Schokolade packt, hat man echt ein Problem. Ausser man hat Muffinfertigbackmischungen zu Hause mit extra Schokostreuseln. Und so mussten die Scholostreusel leider dran glauben. Jetzt habe ich meinen Heisshunger zwar gestillt, aber jetzt muss ich wohl oder übel Schokoladenmuffins ohne Schokolade backen. Aber das wäre ja langweilig und so hat mich die Kreativität gepackt. Da ich sowohl eine Backmischung für helle Schokoladenmuffins hatte und eine für Dunkle, gab es eben Marmormuffins. Marmormuffins hören sich auch viel besser an als olle Schokoladenmuffins. Und meinen Kollegen haben sie geschmeckt und niemand hat sich beklagt, dass die Schokolade fehlt.

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Kopenhagen von oben

Posted in Studentenleben on Februar 15, 2009 by going2denmark

Es war mal wieder ein Tag der Feststellung für mich. Ich musste feststellen, dass ich genau 50 ml Milch für meinen Kaffee brauche, dass der Bus von Lyngby nach Kopenhagen teurer ist als die S-Bahn, um genau 10 Kronen (ca. 1,25 €) und dass die Preise für Bahnfahren im Januar erhöht wurden, um 1 Krone. Und doch habe ich die 10 € heute ausgegeben, um nach Kopenhagen zu gelangen und ich habe sie gerne gezahlt, denn wann komme ich schon in den Genuss mal wieder richtig deutsch zu reden. Ich hab mich heute nämlich mal wieder mit der deutschen Ph.D-Studentin getroffen, Karoline. Lustig ist, dass Karoline auch nur ihr zweiter Name ist, wie bei mir. Anna ist ihr richtiger Name, der wird allerdings nie benutzt. Und so sind wir zwei Karolines zum runden Turm gegangen, um auch mal Kopenhagen von oben zu sehen. In jeder Stadt in der ich bis jetzt war, konnte man auf irgendeinen Turm steigen, um auch Fotos von oben, also Übersichtsfotos zu schiessen, nur in Kopenhagen ist mir das bis jetzt verwehrt geblieben. Das lustige an dem runden Turm ist, dass keine Treppe zur Aussichtsplattform führt, sondern ein steiler Gang, der in 7 1/2 Umdrehungen nach oben geht. Da war es uns dann schon leicht schwummrig. Dafür wird man aber mit einem wunderschönen Ausblick belohnt, man kann bis nach Schweden sehen. Man sieht die Öresundbrücke und das Meer natürlich und alle Schlösser.  Leider war es bewölkt, sonst hätte man wahrscheinlich noch viel weiter sehen können. Und da Karoline das Rosenborg Slot noch nicht gesehen hat, sind wir, nachdem wir den runden Turm wieder verlassen haben noch zu einer Schlossbesichtigung gegangen und wurden doch glatt in dem Schlossgarten eingeschlossen. Jedenfalls mussten wir 3 Mal um das Schloss herumlaufen, bis wir ein offenes Tor entdeckt hatten, und das auch nur, weil wir nicht die einzigen mit diesem Problem waren. Leider war das Wetter heute nicht mehr so schön wie gestern und daher haben wir uns bei einem Kaffee wieder aufgewärmt, bevor uns unsere Wege wieder getrennt haben.

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Die Marmorkirche

Die Marmorkirche

Rosenborg Slot

Rosenborg Slot

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Blick auf Christianshavn und die Öresundbrücke

Blick auf Christianshavn und die Öresundbrücke

Eine kleine Bildergeschichte

Posted in Studentenleben on Februar 14, 2009 by going2denmark
Das Wetter war wunderschön und die Sonnenstrahlen liessen den Rest an Schnee glitzern. Die Sehnsucht wurde gross...

Das Wetter war wunderschön und die Sonnenstrahlen liessen den Rest an Schnee glitzern. Die Sehnsucht wurde gross...

...das Meer zu sehen und die Freiheit zu geniessen, den Duft der Algen in der Nase zu haben und...

...das Meer zu sehen und die Freiheit zu geniessen, den Duft der Algen in der Nase zu haben und...

...und das Rauschen der Wellen zu hören.

...und das Rauschen der Wellen zu hören.

Und auch die Möwen trotzten dem kalten Wind und genossen die Sonnenstrahlen auf ihrer Schnabelspitze.

Und auch die Möwen trotzten dem kalten Wind und genossen die Sonnenstrahlen auf ihrer Schnabelspitze.

Aber es gab auch andere Gesellen, die das Wetter wohl allzu positiv eingechätzt haben, oder vielleicht ist gefrorener Fisch einfacher zu angeln.

Aber es gab auch andere Gesellen, die das Wetter wohl allzu positiv eingechätzt haben, oder vielleicht ist gefrorener Fisch einfacher zu angeln.

Ich hab jedenfalls bei diesem Anblick anstatt Zehen nur noch Eiszapfen gespürt

Ich hab jedenfalls bei diesem Anblick anstatt Zehen nur noch Eiszapfen gespürt

und so hab ich dem Öresund...

und so hab ich dem Öresund...

und Schweden...

und Schweden...

...und der Öresundbrücke und den Windkraftanlagen den Rücken gekehrt...

...und der Öresundbrücke und den Windkraftanlagen den Rücken gekehrt...

...und bin mit meinem kleinen lila Fahrrad in den Sonnenuntergang geritten.

...und bin mit meinem kleinen lila Fahrrad in den Sonnenuntergang geritten.

Schnee…

Posted in Studentenleben on Februar 12, 2009 by going2denmark

Ich hab ihn wirklich vermisst und ich konnte mir einen Winter ohne ihn gar nicht vorstellen. Wenn er gekommen ist, dann nur sporadisch und war dann eigentlich auch gleich wieder weg. Nur zu Besuch. Aber als ich gestern Morgen nichts ahnend aus meinem roten Container getreten bin, war mein Container eigentlich gar nicht mehr rot, sondern weiss…alles war weiss. Und ich hab mich gefreut wie eine Schneekönigin. Endlich Schnee im grauen Kopenhagen. Na ja, ich wohne ja nicht mehr in Kopenhagen. Also endlich Schnee in Lyngby. Und da mein Fahrrad ja in Kopenhagen aufgewachsen ist und wahrscheinlich Schnee nur aus dem Fernsehen kennt, wollte ich ihm diese neue Erfahrung nicht vorenthalten und so bin ich tapfer auf meinem kleinen lila Fahrrad durch den Schnee gefahren. Die Fahrradwege waren nämlich nicht gestreut oder frei geräumt. Im November, als kein Schnee weit und breit in Sicht war wurden die Fahrradwege vorsorglich gesalzen, aber im Februar, wenn man ja überhaupt nicht mit Schnee rechnen sollte, da wird nicht gesalzen. Ich hatte zwar ein paar brenzlige Situationen, aber da ich ja ein kleines lila Fahrrad habe komme ich mit den Füssen auf den Boden um mich abzustützen. Und sollte mein kleines lila Fahrrad doch mal ganz kaputt gehen, kann ich es immernoch als ein Laufrad benutzen. Und so sind wir sicher als Scheemänner im Institut angekommen. Es hat natürlich weiter geschneit. Und heute…ist der Schnee schon wieder fast weg. Das war mal wieder ein kurzer Besuch.

Neben dem Schnee gibt es ja auch andere Dinge, die man vermissen könnte. Den Fernseher zum Beispiel. Während meinem Luxusleben im Hotel hatte ich natürlich einen Fernseher, aber in meinem nur spärlich ausgestatteten Container wäre ein Fernseher purer Luxus. Und so haben mich meine Kollegen gefragt, was ich abends immer mache, so ganz ohne Fernseher. Und ich glaube sie hatten arges Mitleid mit mir. Denn am nächsten Tag, also heute, wurde ich mit DVDs ausgestattet, so dass ich jetzt nicht mehr ins Institut gehen kann, da ich ja die Filme anschauen muss, damit ich die DVDs in 3 Monaten auch alle gesehen habe und wieder zurück geben kann. Wenn man sich unter solchen Kollegen nicht wohlfühlt, dann hat man wohl irgendwas falsch gemacht.

 

verschneiter Blick aus meinem Fenster

verschneiter Blick aus meinem Fenster

Alles eine Frage der Gewöhnung

Posted in Studentenleben on Februar 7, 2009 by going2denmark

Eine Woche wohne ich nun schon in meinem kleinen roten Container und man kann sich wirklich an alles gewöhnen. An die Klogeher um 4 Uhr morgens, an die schwarzen Haare in der Dusche (meine sind es zum Glück nicht! Vorteile meiner Kurzhaarfrisur) und an das Gechirrgeklapper in der Küche zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und ich habe es ja nicht gewagt zu hoffen, aber ich konnte heute am Samstag sogar bis um 10.30 Uhr schlafen und das ohne  auch nur einmal aufzuwachen da heute Nacht anscheinend niemandem eingefallen ist eine Nachtwanderung durch den Container zu unternehmen…

Letzte Woche habe ich nach langem Warten endlich die Antwort auf meinen Antrag zur Verlängerung meiner Bearbeitungszeit bekommen. Leider nicht die Antwort die ich erwartet habe und daher war ich auch sehr geknickt. Da kam wieder alles auf einmal, mein Umzug und die Antwort, und alles endete in einer Enttäuschung. Anstelle von 3 Monaten bekomme ich nur einen Monat mehr Zeit. An unserer Uni ist es wohl üblich, dass nur die Biologen 3 Monate Verlängerung bekommen und die Lebensmitteltechnologen nur 1 Monat. Ist das denn gerecht? Ausserdem hätte mir das auch mal jemand sagen können bevor ich angefangen habe meine Diplomarbeit zu schreiben. Und da ich jetzt in Panik bin meine ganzen Experimente bis Mitte Mai nicht zu schaffen, hab ich mich entschlossen heute, an einem Samstag, und auch Morgen, an einem Sonntag, ins Institut zu fahren, um weiter an meinen menschlichen Isolaten zu arbeiten. Mein kleines lila Fahrrad war wohl nicht so begeistert jetzt auch noch an einem Wochenende zu arbeiten und wollte sich wohl daran auch erst gar nicht gewöhnen und hat als reine Vorsichtsmassnahme schon mal den Geist aufgegeben. Leider mitten auf meinem Weg zum Institut und so habe ich es, beleidigt wie ich nun mal manchmal bin, einfach am Strassenrand stehen lassen. Alles muss man sich ja nicht gefallen lassen. Allerdings hab ich den Weg zum Institut ein bisschen unterschätzt und so war ich knappe 1 1/2 Stunden unterweg bis ich endlich da war, und dann stand ich auch noch vor verschlossenen Toren. War der ganze Stress etwa umsonst? Das Tor zum Parkplatz war zu, das Eingangstor war zu, und über den Zaun konnte ich auch nicht klettern, da der mit Stacheldraht gesichert ist. Blödscheiss. Aber aufgeben wollte ich auch nicht und so bin ich einfach mal am Zaun entlang gegangen. Und ich hab ein kleines Seitentörchen entdeckt, das ich mit meinem Chip öffnen konnte. Ein bisschen Glück muss man manchmal eben auch haben, es kann ja nicht immer nur alles enttäuschend laufen.

Es ist ein komischen Gefühl so ganz allein im verlassenen Institut zu sein. Und Horst den Institutsgeist hab ich auch kennengelernt. Er hat immer die automatischen Türen hinter mir zu gemacht, so dass ich jedesmal erschrocken bin. Daher hab ich mich mit meiner Arbeit auch beeilt und war nach einer Stunde bereit wieder in meinen roten Container zu gehen, natürlich nicht ohne vorher noch mein kleines lila Fahrrad zu holen. Aber es war weg. Wer würde denn ein kleines lila Fahrrad klauen, das ständig die Kette verliert? Das muss ein ganz schön blöder Dieb gewesen sein. Aber ich konnte das nicht so recht glauben und bin deshalb die Strasse hoch und runter gelaufen, um ganz sicher zu gehen. Tja, es war wohl kein blöder Dieb, sondern meine Blödheit, denn ich bin an meinem kleinen lila Fahrrad vorbei gelaufen ohne es zu sehen. Es stand immer noch an der selben Stelle, als könnte es kein Wässerchen trüben. Und da ich so erleichtert war es endlich wieder zu haben, konnte und wollte ich es noch nicht aufgeben und so habe ich heute einen weiteren Versuch unternommen es zu reparieren. Ich hab die Kette gespannt und das Hinterrad ausgerichtet und auf meiner Probefahrt ging alles gut. Morgen wird der Härtefall getestet, da ich ja wieder ins Institut gehe, und wenn alles gut geht darf mein kleines lila Fahrrad weiterhin an meiner Seite sein…

Luxusleben auf Wiedersehen…

Posted in Studentenleben on Februar 2, 2009 by going2denmark

Kein Kochen und kein Putzen, es hätte ja so schön sein können, aber nach einem Monat meines luxuriösen Lebens im Hotel hat mich das Studentenleben eingeholt. Mit viel zu rasantem Tempo.

Nachdem ich ja jetzt schon einmal während meiner Zeit hier in Kopenhagen umgezogen bin, war es wieder einmal soweit…der nächste Umzug stand vor der Tür. Und da ich ja beim letzten Mal schon festgestellt habe, wie viel Zeug ich dank der Pakete meiner Eltern hier in Kopenhagen habe, musste ich mir Hilfe besorgen. Und wie schon bekannt, habe ich ein armes Opfer gefunden, nachdem ich mich 2 Wochen seelisch und moralisch darauf eingestellt hatte,  endlich mal zu fragen. Und so stand mein Helferlein an diesem Sonntag pünktlich vor meiner Hoteltür. Natürlich nicht alleine, sondern mit seinem Auto. Ich glaube er hat gedacht, dass ich einen ganzen Hausstand umziehe und hat deshalb vorsorglich schon mal seine Rücksitze umgeklappt, aber so viel war es am Ende dann doch nicht. Allerdings zu viel, um es alleine im Bus bis nach Lyngby zu schaffen. Lyngby, wo soll denn das sein, oder was soll das sein? Lyngby ist ein kleines Örtchen 10 km ausserhalb von Kopenhagen. Vergleichbar vielleicht mit Freising, nur dass der Dom fehlt. Und so hat Lyngby auch nicht viel zu bieten, ausser einem Einkaufszentrum, einem Kino und der Technischen Universität Dänemarks (DTU). Und genau dort zog ich jetzt hin, auf den Campus der DTU. In ein Studentenwohnheim. Studentenwohnheim ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt, denn es sind 6 Reihen mit Containern, roten Containern. Als man mir das erzaehlt hat, dass ich von nun an in einem Container wohnen soll, konnte ich es nicht glauben, aber es stimmt. Von heute ab lebe ich in einem Container. Eigentlich ganz praktisch, denn wenn ich in den Urlaub fahren will, nehme ich meinen Container und lade ihn auf ein Schiff und schon kann es um die halbe Welt gehen. Und ich muss mir nicht mal eine Unterkunft suchen. Sehr praktisch. Allerdings habe ich nur ein Zimmer, und das mit Fenstern,  in dem Container und den Rest muss ich mir mit 8 weiteren Studenten teilen. Und wie man sich vorstellen kann, hat so ein Container nicht sehr dicke Wände und so ist es dort sehr hellhörig. Dementsprechend müde bin ich heute auch. Ich hoffe man kann sich an all die Geräusche in irgendeiner Art und Weise gewöhnen. Und für 9 Personen gibt es nur 2 Klos und 2 Duschen, ich glaube ich erstelle vorsorglich schon mal einen Duschplan, und vielleicht auch einen Kloplan… Von der Küche will ich eigentlich gar nicht erst anfangen zu erzählen. Im Kühlschrank kann man wahrscheinlich 100 neue Bakterienspezies entdecken und wenn das Essen nicht wegläuft, dann ist es gut dressiert…Das Zimmer selbst ist ganz in Ordnung, ein ganz normales Zimmer eben. Ein Bett, ein Schrank und ein Schreibtisch.  Der einzige Vorteil ist nur, dass mein Weg zum Institut jetzt um einiges kürzer ist und so viel Kontakt zu internationalen Studenten hab ich noch nie gehabt. Im Moment sind der Iran, Indien und Deutschland vertreten, aber wer weiss was da noch kommt.

Aber bei der Unterkunft bleibt es natürlich nicht, denn alle guten Dinge sind 3, und so muss ich Ende April noch einmal umziehen. Wer weiss wo es mich dann hin verschlägt.