Archiv für Januar, 2009

Pflege deutsch-deutscher Beziehungen

Posted in Studentenleben on Januar 24, 2009 by going2denmark

Ich bin nicht ein Kaputtnix, sondern ein Kaputtmach! Neben meiner Zahnbürste, dieseit letzter Woche nicht mehr funktioniert, und meinem Fahrrad, das seit dieser Woche einen Achter im Hinterrad hat, hab ich auch noch meine Jeans kaputt gemacht. Allerdings hab ich sie nicht irgendwie kaputt gemacht, sondern sie hat einen Riss am Hintern. Leider hab ich das erst gemerkt, als ich am Abend schon wieder zu Hause war, und jetzt weiss ich nicht, ob der Riss erst am Heimweg entstanden ist, oder doch schon im Institut. Jedenfalls ist die Chance jetzt doch recht gross, dass meine Kollegen meine rosa geblümte Unterhose kennen. Und da frau natürlich selbstständig ist, hab ich mir nun Nadel und Faden gekauft. Ich musste mir das leider kaufen, da Nadel und Faden nicht zu meiner Grundausstattung gehören. Und  so hab ich versucht den Riss zu nähen. Eine perfekte Naht sieht wohl anders aus und so hab ich jetzt anstatt eines Risses einen Wulst am Hintern. Gut, dass ich nicht Ärztin geworden bin, denn dann würden meine Patienten wahrscheinlich alle mit wulstigen Narben rumlaufen. Und ich hab jetzt eine Arbeitshose…und nähen kann ich immernoch nicht.

Da ich bei dem Versuch zu nähen kläglich gescheitert bin, hab ich mich auf den Weg zum Ströget gemacht, um mir eine neue Hose zu kaufen. Aber nicht nur das hat mich zum Ströget geführt, sondern auch eine Verabredung. Ich wurde an der Institutsweihnachtsfeier nämlich einer deutschen Doktorandin aus Berlin vorgestellt, und heute haben wir uns auf einen Kaffee  getroffen. Es war toll mal wieder deutsch zu sprechen und jetzt weiss ich auch, was ich alles beachten muss, wenn ich meine Doktorarbeit auch noch hier in Kopenhagen machen sollte und vor allem, was besonders  wichtig ist, weiss ich jetzt wieviel Geld man als Doktorandin in Dänemark verdient. Das würde sich schon lohnen…

Kuriositäten eines fremden Landes

Posted in Studentenleben on Januar 20, 2009 by going2denmark

Neues Land…neue Sitten, neue Traditionen und Gewohnheiten.

Seid ich hier in Dänemark bin, habe ich schon einige Eigenheiten der Dänen mit bekommen. Zum Beispiel werden an Geburtstagen keine Kerzen angezündet, sondern eine oder mehrere dänische Flaggen aufgestellt.  Ausserdem leben sie, jedenfalls die meisten, sehr gesundheitsbewusst.  Natürlich zählt da das Fahrradfahren dazu und neben den Strassen mussten sich sogar die Taxis daran anpassen. Die Taxen hier in Kopenhagen haben nämlich integrierte Fahrradständer am Heck des Autos. Sollte mein kleines lila Fahrrad,wie letzte Woche mal wieder die Kette verlieren und ich es dann nicht mehr reparieren kann, kann ich immernoch ein Taxi rufen. Gut zu wissen. Kuriositäten gibt es natürlich nicht nur am Verhalten der dänischen Bevölkerung, sondern auf meinem Weg zum und vom Institut entdecke ich immer mal wieder lustige Dinge. Heute ist es ein Strassenschild:

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In das  Schild kann man ja jetzt hinein interpretieren was und wie viel man will. Aber wenn man es wörtlich nimmt, dürfen links nur die Fahrradfahrer fahren und den rechten Weg dürfen nur Gangster benutzen. Nur dänische Gangster oder internationale? Und wo bleiben die normalen Fussgänger?

Ich hab mich endlich getraut. Getraut zu fragen, ob mir jemand aus dem Institut bei meinem  Umzug nach Lyngby in 2 Wochen helfen kann und will. Und wie es so kommen musste, haben sich gleich zwei gemeldet und ich hab nun die Qual der Wahl. Und was ist die Moral von der Geschicht? Fragen muss man, oder dein Kollege hilft dir nicht…

Kunst und Kultur

Posted in Studentenleben on Januar 18, 2009 by going2denmark

Früher hat meine Mom immer gesagt, ich sei ein Kulturbanause, da Museen und Theater nicht unbedingt zu meinen lieblings Unterhaltungsmedien gehörten. Allerdings bin ich da noch zur Schule gegangen und das ist jetzt auch schon fast ein halbes Jahrzehnt vorbei. Mensch, bin ich schnell älter geworden und die Zeit hört auch nicht auf zu rasen. Die Hälfte meiner Zeit hier in Dänemark ist auch schon rum, aber ich will ja jetzt nicht abschweifen…da wird man nur sentimental.   Um meine Mom ein bisschen zu widerlegen und sie noch stolzer auf mich zu machen, war heute eben mal ein Museumsbesuch angesagt. Eigentlich wollte ich das ja schon letztes Wochenende machen, aber wegen ist nicht, wurde das verschoben. Und heute habe ich es mal durchgezogen. Mit meinem kleinen lila Fahrrad ging es an den 3 Seen entlang direkt zur Ny Carlsberg Glyptothek, und ich hab mir den Sonntag natürlich nicht ohne Grund ausgesucht. Sonntags ist der Eintritt nämlich frei und als armer Student muss man ja sparen wo man kann, und als Schwäbin liegt mir das natürlich auch im Blut. Die Ny Carlsberg Glyptothek ist vom Besitzer der Carlsberg Brauerei, Carl Jacobsen, gegründet worden, aber ich glaube sie  stellt keine Gemälde aus, die in seinem Besitz sind. Allerdings bin ich mir da nicht ganz sicher. Auf alle Fälle sieht man viel Kunst, vor allem Skulpturen aus Frankreich und Griechenland. Hab auch gleich meine lieblings Skulptur gefunden, ‚the Death and the Maid‘! Natürlich gibt es auch Gemälde, vor allem aus Dänemark, und manches was dort gemalt wurde hab ich schon live gesehen, wie die Schlösser in und um Kopenhagen. Allerdings kannte ich die meisten Künstler nicht, ausser Gauguin und van Gogh waren mir die meisten unbekannt. Aber ich bin jetzt auch nicht sehr bewandert in Kunst. Am schönsten an der gesamten Glyptothek ist der Palmenwintergarten, um den alle Räume angeordnet sind. Und die Sonderaustellung über Ägypten war auch klasse. Sogar echte Mumien wurden ausgestellt. Das hat mich dann mal wirklich interessiert. Was ich eigentlich nur aus Filme kenne ist, dass Kunststudenten sich in ein Museum setzen und die Bilder oder Skulpturen dort abmalen. Aber in der Glyptothek ist das anscheinend gang und gäbe. Es stehen sogar die entsprechenden Stühle bereit, aber mir persönlich wäre das nur peinlich, die ganzen Leute, die einem über die Schulter gucken. Nach 2 Stunden Museum war es dann auch genug und ich bin mit meinem kleinen lila Fahrrad wieder in mein Hotelzimmer gefahren. Genug Museum für mindestens einen Monat…

Neben dem Museumsbesuch war ich gestern, am Samstag, mal wieder am Ströget, da ich mir in den Kopf gesetzt habe, dass ich einen neuen Kapuzenpulli brauche. Vor 2 Wochen, nachdem ich Daniel und Scarlett zum Bahnhof gebracht habe, habe ich einen Pulli für 200 Kronen gesehen, der mir echt super gefallen hat. Aber 200 Kronen waren mir einfach noch zu viel, obwohl er von 400 Kronen runter gesetzt war. 2 Wochen habe ich jetzt hin und her überlegt, ob ich ihn mir nicht doch kaufen soll und ich bin letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass ich ihn haben will. Also bin ich zum Ströget und zu dem Laden gegangen, und taddaa, den Pulli gab es noch und jetzt hat er sogar nur noch 100 Kronen gekostet. Da hab ich dann ohne nochmals zu überlegen zu geschlagen. Manchmal zahlt sich Geduld eben aus.

An meinem Rückweg vom Ströget komm ich ja an der amerikanischen Botschaft vorbei, und gestern war die Strasse davor gesperrt und Polizeifahrzeuge parkten davor. Natürlich denkt man als erstes an was Schlimmes, gerade wegen dem grossen Polizeiaufgebot. Aber dann hab ich schon Gesänge und Megaphondurchsagen gehört und anscheinend wurde die Strasse nur wegen einer Demonstration gesperrt. Gesehen habe ich sie nicht, aber gehört. Muss ich morgen im Institut mal fragen, was da los war…

Kälteeinzug in meinem Zimmer

Posted in Studentenleben on Januar 11, 2009 by going2denmark

Eigentlich wollte ich mir heute die Ny Carlsberg Glyptothek anschauen. Ein bisschen Kunst und Kultur tanken, bevor ich dann nach Lyngby ziehen muss und nicht mehr einfach mal so ins Zentrum von Kopenhagen fahren kann. Dann muss alles gut geplant werden. Aber wie das immer so ist wenn man was plant, das Bett aber viel verlockender ist, dann bleibt man halt zu Hause. Und heute war das Bett wirklich vorzuziehen. In meinem Hotelzimmer funktioniert heute nämlich die Heizung nicht und daher wohne ich gerade wohl eher im Kühlschrank, als in einem Luxuszimmer. Und meine Wäsche trocknet bei diesen Temperaturen auch nicht.  Darf das in einem Hotel überhaupt passieren? Aber ganz faul war ich dieses Wochenende dann doch nicht. Gestern hat mein Wecker um 11.30 Uhr geklingelt, aber nicht weil ich einen Ausflug machen wollte, sondern damit ich das Mittagessen hier im Hotel nicht verpasse. Ohne Wecker hätte ich wohl glatt verschlafen. Und Waschen musste ich dann auch noch gehen, und da ich dann schon auf der Strasse war, hab ich mir gleich noch die Gegend ein bisschen angeschaut, in der ich jetzt lebe. Auch wenn es nur noch für 3 Wochen ist. Österbro ist wohl auch eher eine wohlhabendere Gegend von Kopenhagen, genauso wie Frederiksberg und so gibt es gar nicht so viele Unterschiede. Allerdings sind jetzt die 3 großen Seen in der Mitte von Kopenhagen näher und die tragen zum Charme von Österbro doch sehr stark bei. Vor allem wenn man Morgens mit seinem kleinen lila Fahrrad an ihnen vorbei fährt und die Sonne gerade aufgeht…der Sonne entgegen. Aber neben den 3 großen Seen und den Einkaufsstrassen ist Österbro wohl auch das Viertel der Botschafter. Die spanische Botschaft ist eine Strasse weiter und auch die kanadische und die amerikanische Botschaften sind gleich um die Ecke. Werden nicht immer, wenn überhaupt, Anschläge auf Botschafen verübt? Na dann, Prost Mahlzeit…

Ein Leben im Hotel

Posted in Studentenleben on Januar 5, 2009 by going2denmark

Bis jetzt bin ich ja nur das Hotel Mama gewöhnt und das unterscheidet sich doch recht stark von dem Hotel in dem ich jetzt wohne. Immerhin muss ich jetzt nicht mehr putzen und frische Handtücher bekomme ich auch aufs Bett gelegt. Und ich bekomme jeden Tag ein Frühstück und jeden Tag, ausser Sonntags ein Abendessen. Sonntags gibt es nur Frühstück und das auch nur zwischen 8.00 und 9.00 Uhr. Wer steht denn Sonntags bitte so früh auf?

Allerdings ist mein Weg zum Institut  jetzt etwas länger. Anstatt 30 Minuten fahre ich jetzt jeden Tag tapfer mit meinem kleinen lila Fahrrad 45 Minuten. Wenn das nicht sportlich ist weiss ich auch nicht. Ein Spar ist auch gleich um die Ecke und auch der Waschsalon ist nur 2 Häuser weiter. Und einen Fernseher hab ich auch, und sogar 2 deutsche Sender. ARD und ZDF. Und jetzt weiss ich auch warum die Dänen so gut Englisch sprechen, denn die amerikanischen Filme sind nicht synchronisiert, sondern werden mit dänischem Untertitel gezeigt. Jetzt kann ich während dem Fernsehen Englisch und Dänisch gleichzeitig lernen. So kann man jetzt sagen, dass ich vom Kuhstall in ein Luxusapartement gezogen bin.

Es ist echt ein Luxus ohne den Kuhgeruch in der Nase zu duschen.

Kein Internet und mein Bruder an der Backe

Posted in Studentenleben on Januar 5, 2009 by going2denmark

Am Samstagmorgen habe ich meinen Bruder und seine Freundin Scarlett an den Bahnhof gebracht, nachdem sie 4 Tage bei mir in Kopenhagen verbracht haben. Als Fazit kann ich sagen, dass ich 4 Nächte lang nicht mehr so schlecht geschlafen habe ( mein Bruder schnarcht nämlich, seiner Aussage nach wegen seiner Nebenhöhlen, kann man jetzt natürlich glauben oder nicht ), mich 4 Tage lang nicht ganz so gründlich gewaschen habe und total dankbar für die Hilfe meiner beiden Gäste bei meinem Umzug bin.

Am ersten Tag des neues Jahres musste ich aus meinem kostenlosen Institutszimmer ausziehen und ich war mir nicht bewusst darüber, wie viel Zeug ich doch hier in Kopenhagen habe. Gott sei Dank konnte ich den Koffer meines Bruders für meine Sachen mit benutzen, und so sind wir zu Dritt, mit 3 Koffern, 3 Rucksäcken und einer IKEA-Tasche in den Bus eingestiegen um zu meiner neuen Herberge zu kommen. Eigentlich wollten wir laufen, aber nachdem ich die Strecke mit dem Fahrrad abgefahren bin und festgestellt habe, dass sie doch etwas länger ist, hat Scarlett uns überredet den Bus zu nehmen, und ich war hinterher sehr dankbar dafür. Mein neues Zimmer ist Luxus pur. Putzservice, Frühstück und Abendessen und eine riesige Dusche, die mein Bruder natürlich als erstes ausprobieren musste. Nach dem Monat hier kann ich dann als Mugel, halb Mensch halb Kugel, aus dem Hotel nach Lyngby rollen. Ich muss in einem Monat nämlich gleich nochmal umziehen, diesmal ganz alleine. Vielleicht sollte ich mir dafür auch meinen Bruder einfliegen lassen, als exklusiver 4-Sterne Umzugshelfer.

Natürlich sind wir nicht 4 Tage lang umgezogen, ich habe ihnen natürlich auch mein Kopenhagen gezeigt. Von A wie Amalienborg bis Z wie Zug nach Malmö (der Zoo hatte leider geschlossen). Ich habe meinem Bruder ja das Fischerörtchen Dragör ans Herz gelegt, aber er wollte unbedingt mal einen Zehen auf schwedischen Boden setzen, damit er jetzt auch mal sagen kann, dass er in Schweden war. Sogar einen schwedischen Kaffee konnte er trinken, allerdings bei Burger King, aber immerhin in Schweden. Und auch Silvester haben wir hier zusammen gefeiert und festgestellt, dass das hier irgendwie ein bisschen anders und gefährlicher ist…

5 Minuten vor Ladenschluss konnten wir gerade noch so unser Silvesteressen einkaufen, nachdem wir den halben Tag durch Kopenhagen gelaufen sind und durch und durch erfroren waren. Aber dafür gab es dann ein traditionelles dänisches Essen, panierten Fisch mit Ofenkartoffeln und Remoulade. Leider hat der Milchreis mit Kirschen gefehlt, aber dafür waren 5 Minuten Einkaufszeit einfach zu kurz. Mit vollen Bäuchen sind wir dann Richtung Rathausplatz gelaufen und obwohl es erst 23 Uhr war, haben die Dänen schon geschossen wie die Weltmeister. Eigentlich haben sie schon um 18 Uhr angefangen mit ihren Raketen und Böllern zu knallen. Unsere Angst war ja, dass um 24 Uhr alles vorbei ist und nicht wie in Deutschland erst alles anfängt. Aber am Rathausplatz war trotzdem eine riesige Masse an Menschen. Da hier in Dänemark anscheinend auch gefährlichere Böller erlaubt sind und die Leute auch hier ihre Böller und Raketen in die Menge werfen, haben wir uns lieber einen Platz am Rand des Rathausplatzes gesucht und pünktlich um null Uhr haben wir dann unverletzt mit deutschem Sekt in Dänemark angestossen. Gutes neues Jahr…aber es war wohl nicht für alle ein guter Anfang, denn die Polizei, die Feuerwehr und der Notarzt waren schon in den ersten 5 Minuten des neuen Jahres im Dauereinsatz. Dafür haben sich die Barbesitzer, die kein Silvesteressen in ihrem Laden veranstalteten, sich an Silvester wohl frei genommen, denn die meisten Bars hatten geschlossen. Also ging es für uns Drei dann auch schon relativ früh ins Bett, auch da wir am 1.1.2009 die Wachparade am Schloss Amalienborg anschauen wollten. Aber wie es an solch einem Morgen eben so ist, hatten wir natürlich Verspätung. Aber die Bärenfellmützenmänner anscheinend auch, und so konnten wir die Wachablösung doch noch anschauen.

Den letzten Tag haben wir dann in Schweden verbracht, haben festgestellt, dass ein Glas Bier im HardRock Cafe genauso viel kostet wie ein 6-Pack im Laden und dass die Souvenirshops am Ströget alle unterschiedliche Preise haben.

Und jetzt bin ich wieder alleine hier in meinem Hotelzimmer in Kopenhagen und wäre am liebsten mit meinem Bruder wieder mit nach Hause gefahren…