Archiv für Dezember, 2008

I’ll be back…

Posted in Studentenleben on Dezember 30, 2008 by going2denmark

…and I am back!

Wohlbehalten und an einem Stück bin ich heute nach 10 Tagen Heimaturlaub wieder in Kopenhagen gelandet. Ich habe mir den perfekten Tag mit perfektem Wetter für meinen heutigen Flug ausgesucht und daher war der Flugverlauf auch nicht so turbulent wie erwartet. Leider war der Flug wieder mal kein Direktflug, aber um ein bisschen Abwechslung in meine Fliegerei zu bekommen, ging es dieses mal nicht über Berlin sondern über Düsseldorf. Langsam kenne ich dann fast alle Flughäfen in Deutschland und sollte wohl einen Flughafenreiseführer herausbringen. Vorab kann ich schon mal sagen, dass Stuttgart der übersichtlichste Flughafen ist, in dem ich mich am besten zurecht gefunden habe. Bei meinem Flug nach Düsseldorf durfte ich das erste mal in der ersten Reihe sitzen und die Beinfreiheit dort richtig geniessen. Leider hat meine Nebensitzerin kurz vor dem Landeanflug ihre Weinflasche auf den Boden geworfen und ich habe den Knall als explodierendes Triebwerk oder abfallendes Fahrwerk interpretiert. Den Rest des Fluges war ich dann so nervös, dass ich froh war fürs erste wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Und dieses Mal konnte ich mich beim Umsteigen auch wirklich nicht verlaufen, da die Passagiere mit Anschlussflug einen eigenen Bus bekommen haben, der sie direkt vor das nächste Terminal gefahren hat. Extrapunkt für Düsseldorf. Und mit meinem Anschlussflug hat dann auch alles wunderbar geklappt, auch wenn er ein bisschen Verspätung hatte und ich das erste Mal einen Sitzplatz am Gang hatte. Aber vom Kopenhagener Flugplatz ging es nicht direkt in mein Zimmer, denn ich musste vorher noch zwei Gäste am Bahnhof abholen. Mein Bruder und seine Freundin haben die Chance genutzt, um Silvester in Kopenhagen zu feiern. Immerhin bekommen sie so eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit und einen kostenlosen Reiseführer, mich… (und die Rechnung kommt hinterher…)

Aber eins kann ich jetzt definitiv sagen…das war mein letzter Flug für dieses Jahr.

NACHTRAG:

Was gehört zu einer gelungenen Silvesterfeier? Wunderkerzen natürlich. Und da in Dänemark ja bekanntlich alles ein bisschen teurer ist, dachte ich mir, ich bringe einfach welche aus Deutschland mit. Als ich dann vorher meinen Koffer geöffnet habe, kam aber anstelle der Wunderkerzen ein DIN A4 Zettel zum Vorschein. Anscheinend wurde mein Koffer geöffnet und die Wunderkerzen konfisziert. Nicht anscheinend, sondern tatsächlich. Jetzt können Herr Kleindienst und Herr Purssakis (oder so ähnlich) heute am Münchner Flughafen mit meinen teuer gekauften Wunderkerzen Silvester feiern…

Turbulenzen am Boden und in der Luft

Posted in Studentenleben on Dezember 20, 2008 by going2denmark

„Erdbeben erschüttert Südschweden und Dänemark“

Turbulenzen erwartet man ja vor allem wenn man sich in einem Flugzeug tausende Meter über dem Erdboden befindet, aber doch nicht, wenn man friedlich in seinem Bett schläft. Ich kann jedenfalls nun auch von Bettturbulenzen berichten. Darunter kann man sich natürlich jetzt auch was anderes vorstellen,  aber mein Blog soll ja nicht an Niveau verlieren. Nein, ich meine das wörtlich, denn von Montag auf Dienstag Nacht bin ich aus meinem wohlverdienten Schönheitsschlaf gerissen worden, da meine Fenster geklappert haben. Und dann hat auch schon mein Bett gewackelt, allerdings nur vielleicht 5 Sekunden lang. Ich hab gleich an ein Erdbeben gedacht, bin aber über meinen Gedanken daran dann wieder eingeschlafen. Erst mein Bruder musste mir am Abend mitteilen, dass das wirklich ein Erdbeben war…mein erstes Erdbeben, das ich live miterlebt habe.

Aber das waren nicht die einzigen Turbulenzen in dieser Woche, da ich extra für Weihnachten wieder ins gute alte Deutschland geflogen bin, und Flüge, die ich mitmache, einfach nicht ruhig verlaufen können. Da ich ja eine arme Studentin bin, die immernoch ihren Eltern auf der Tasche liegt, musste ich natürlich den billigsten Flug nehmen, den ich finden konnte. Leider bedeutete das für mich, dass ich in Berlin zwischenlanden musste. Und für einen kleinen Angsthasen wie mich waren die zwei Starts und die zwei Landungen echt ein Problem, da der Start und die Landung die gefährlichsten Manöver beim Fliegen sind, und ich, als hoffentlich gebildete Studentin darüber natürlich Bescheid weiss. Aber der erste Flug von Kopenhagen nach Berlin verlief ohne Probleme, und ich war so erleichtert, dass ich mich dann glatt am Berliner Flughafen verlaufen hab.   Ich bin nämlich davon ausgegangen, dass ich die Sicherheitszone nicht verlassen muss und gleich zu meinem Gate gehen kann, ohne meinen Koffer zu holen und erneut einzuchecken. Als ich dann allerdings den Schildern gefolgt bin, stand ich plötzlich in der Ankunftshalle. Da ist dann wohl irgendwas schief gegangen. Gott sei Dank hat mich ein Flughafenangestellter wieder auf meinen richtigen Weg geführt und ich musste tatsächlich das Gebäude verlassen und eine Überführung entlang gehen, um zum nächsten Terminal zu gelangen, wo ich dann endlich mein Gate fand. Allerdings musste ich dann nochmals durch die Sicherheitskontrolle, bevor ich als eine der letzten endlich meinen Platz im Flugzeug einnehmen konnte. Allerdings war ich nicht die einzige, die ein bisschen verwirrt war. Ein Mädel, das auch nach München wollte, hatte das gleiche Problem, und so haben wir uns gemeinsam durchgewurschtelt. Und dann hatte mein Flug auch noch 20 Minuten Verspätung. Allerdings nicht wegen mir, sondern wegen einem Filmreifen auftritt. “ Sollte sich medizinisches Personal oder ein Arzt an Bord befinden, bitte in den vorderen Kabinenteil kommen“. Nach vielleicht einer halben Minute ist dann auch ein Arzt aufgestanden. Der hat wahrscheinlich gewartet, ob nicht vielleicht doch noch jemand anderes aufsteht…jedenfalls kam dann auch schon ein Krankenwagen, und der Mann, der im Gang zusammen gebrochen ist, wurde aus dem Flugzeug gebracht und ist dann auch nicht mehr mit uns mitgeflogen. Was passiert denn mit seinem Koffer?  Jedenfalls war dieser medizinische Notfall kein schlechtes Omen für den gesamten Flug, obwohl wir auf Anweisung des Piloten den gesamten Flug über angeschnallt bleiben mussten, da es ganz schön wackelig zur Sache ging und ich mich in meinen Sitz krallen musste. Ich hatte ja nicht die Hand meines Bruders dabei, an die ich mich klammern konnte, aber er sagt immer, wenns wackelt ist alles in Ordnung. Und es hat ja gewackelt.  Aber als wir die ganzen Wolkendecken dann endlich durchquert hatten, wurde es ruhiger und ich hab mich soweit entspannt, dass ich sogar einen Kaffee trinken konnte. Ich bin dann auch gut in München gelandet und mein kleiner Bruder hat auch schon auf mich gewartet. Kein ganzes Begrüßungskommitee und auch kein ‚herzlich Wilkommen‘-Schild für mich. Aber das wäre mir eh nur peinlich gewesen…

mein moderner AirBerlin Flug mit Entertainment-Programm

mein moderner AirBerlin Flug mit Entertainment-Programm

img_1112
img_1114

Weihnachtsfeier auf dänisch…

Posted in Studentenleben on Dezember 13, 2008 by going2denmark

…juletræsfest og julefrokost.

Frokost hört sich für mich ja stark nach Rohkost an, aber auf der Weihnachtsfeier des Instituts gab es kein rohes Gemüse und eigentlich allgemein nicht viel Gemüse, vielleicht junges Gemüse. Alles hat ja mit einem Spiel angefangen. Die Hälfte der Weihnachtsfeiergäste musste eine Zahl ziehen, ich hatte die 20, und der Rest bekam eine lange Schnur um den Knöchel gebunden, deren Enden zu einem Bündel zusammen gefasst wurden. Die Leute mit der Nummer mussten nun an einem Schnurende ziehen und der Mensch am anderen Ende war dann der Sitznachbar. So wollten sie wahrscheinlich die Belegschaft der einzelnen Abteilungen ein bisschen mischen, aber ich fands ein bisschen…na ja, ich hab auch lang nicht verstanden was ich jetzt genau machen muss. Und ausgerechnet ich hab den Chef des Instituts am anderen Ende meiner Schnur gehabt. Nach einer Stunde durften wir uns auch endlich setzen. Leider war alles ein bisschen eng, da das Organisationskommitee die Tische in einem Gang aufgestellt hatte, der vielleicht 2 m breit war, da gab es dann nicht viel Platz vor und hinter einem und neben einem auch nicht. Jedenfalls kenne ich den Chef nun recht persönlich. Dann wurde nach einer obligatorischen Rede das Buffet eröffnet. Als ersten Gang gab es panierten Fisch, Hering in einer Senfsauce, glaube ich jedenfalls, und Grabben und natürlich eine traditionelle dänische Remoulade. Laut einer Studie kommt es vor allem durch diese Remoulade auf dänischen Weihnachtsfeiern zu Salmonella Erkrankungen unter den Gästen. Ich hab sie trotzdem gegessen und im Moment geht es mir auch noch gut. Der zweite Gang bestand dann aus Schweinebraten und Rinderfilet mit Salaten und Frikadellen und Leberpastete und natürlich durfte die Remoulade auch dabei nicht fehlen. Die Leberpastete war aber nicht so mein Fall, hat ein bisschen nach warmer Leberwurst geschmeckt. Und zum Nachtisch gab es dann Milchreis mit Kirschsauce. Mmh lecker. Mitlerweile war es dann auch schon 18 Uhr und es kam wohl zum Höhepunkt des Abend, der Geschenkeverteilung. Na ja, für andere war es der Höhepunkt, ich bin nämlich leer ausgegangen, da man um die Geschenke würfeln musste und ich halt Pech im Spiel habe. Aber auch kein Glück in der Liebe. Bin halt irgendwie auf der Strecke geblieben. Jedenfalls hab ich wohl so einen enttäuschten Gesichtsausdruck gehabt, dass Sören mir sein Geschenk gegeben hat, natürlich nur unter Protest meinerseits. Es waren 3 Kerzen, die ich sicher gut gebrauchen kann, denn wenn ich im Januar unter der Brücke schlafen muss gibt es ja kein elektrisches Licht (hat Sören so zu mir gesagt, sehr lustig!). Wir mussten dann alle in die Kantine umziehen, wo der DJ schon gewartet hat. Allerdings war es ja erst kurz nach 6, und manch ein Däne war ab diesem Zeitpunkt schon nicht mehr ganz so nüchtern, trotzdem war die Stimmung noch etwas verhalten. 3 Kollegen von mir, Sidsel, Thomas und Anders, und ich haben uns dann mit Tischtennis in die richtige Stimmung gebracht. Thomas hat sich dann extra für mich deutsche Musik beim DJ gewünscht. Und was spielt der? DJ Ötzi, typisch deutsch halt…und ich musste dann über die Tanzfläche hüpfen, mit Thomas, Anders und Sidsel. Ich glaube wir sahen sehr lächerlich aus, aber es hat großen Spass gemacht. Jedenfalls verstehe ich mich jetzt wirklich gut mit meinen Arbeitskollegen und ich war auch ganz redefreudig (was Bier alles bewirken kann). Nur nach einer bestimmten Anzahl an Bier wird mein Englisch doch etwas schlechter, musste ich zu meinem Bedauern feststellen. Wir sind dann bis 0.30 geblieben, und waren dann auch schon die letzten.

Nach Hause habe ich den Nachtbus genommen und leider fährt der eine andere Route als mein normaler Bus und so hab ich mich um 1.30 Uhr auch noch in Kopenhagen verlaufen. Ich bin dann einfach mal in eine Richtung los gegangen, und ich hab zwar kein Glück in der Liebe und auch nicht im Spiel, dafür aber im wieder nach Hause finden. Immerhin etwas. Um 2 Uhr bin ich dann auch endlich in meinem Zimmer angekommen und todmüde in mein Bett gefallen.

Schee woas…

Meine Arbeit im Labor

Posted in Studentenleben on Dezember 13, 2008 by going2denmark

Ich bin hier in Dänemark unter die Tierzüchter gegangen, und hab auch schon große Erfolge erzielt. Normalerweise sind Tierzüchtungen ja strengen Auflagen unterlegen, aber ich darf meine kleinen Tierchen sogar dazu bringen in Form meines Namens zu wachsen. Nur eine Raumtemperatur zwischen 30 und 37 °C ist vorgeschrieben. Aber eigentlich sind meine kleinen Tierchen ja gar keine Tiere, aber so genau will ich das hier mal nicht nehmen, denn genau wie mit meinem Kater spreche ich auch mit meinen Yersinien. Denn schon in der Schule hab ich gelernt, dass Blumen besser wachsen wenn man mit ihnen redet…

img_1057

Meine ersten selbst gezüchteten Yersinien

Meine ersten selbst gezüchteten Yersinien

Nachdem meine Yersinien auf Blutagar in einem mollig warmen Raum gewachsen sind, kommt es zur ersten schwierigen Entscheidung, denn nur eine Kolonie darf weiter im Warmen wachsen und wird in Heart-Brain-Infusion Broth überführt. Nach einer Nacht bei 37 °C werden die Zellen dann erst einmal gewaschen, denn bei 37 °C kommt man doch ganz schön ins schwitzen. Gewaschen werden sie mit Salzwasser in einer Zentrifuge, in der es ihnen wahrscheinlich ganz schön schwindelig wird und sie sich fühlen wie die Astronauten bei der NASA.

img_1031

img_1032

Nachdem sie dann endlich sauber sind, dürfen sie in einem Puffer für eine Weile schwimmen, bis ich die Agarose vorbereitet habe, in die die Zellen eingebettet werden, damit sie nicht flüchten können. Und dann kommt wohl der schmerzhafteste Teil für meine armen kleinen Yersinien und jeder Tierschützer würde wahrscheinlich vor Wut aufschreien. Denn nun werden sie mit einer Reihe von Enzymen behandelt, die die Zellwand zerstören und die DNA freilegen. Allerdings sind die Agaroseblöcke im Moment noch zu gross, deshalb muss ich 2 mm dünne Stücke von den Blöcken abschneiden. Das ist echt eine frimelige Arbeit und jedes zweite Slice geht dabei auch kaputt. Aber nichtsdestotrotz werden diese Slices, in den hoffentlich genügend DNA vorhanden ist noch mit einem spezifischen Enzym, das die DNA meiner Yersinien in definierte Fragmente schneidet, die wir dann mittels einer Pulsfeldgelelektrophorese versuchen sichtbar zu machen, um Unterschiede in den Bandenmustern der verschiedenen Yersinia-Stämme zu erkennen, geschnitten. An dieser Stelle sind meine Tierchen dann definitiv tot. Die so behandelten Slices muss ich dann noch in ein grosses Agarosegel überführen, was wieder eine sehr frimelige Arbeit ist und die Hände sollten dabei am besten nicht zittern.

img_1022

Die nummerierten Taschen für die Slices im großen Agarosegel

Die nummerierten Taschen für die Slices im großen Agarosegel

Das grosse Gel wird nun in die Elektrophoresekammer gebracht und dann kann die Pulsfeldgelelektrophorese endlich gestartet werden, wenn das Gerät mal zufällig funktionieren sollte.

Mein zickiger Gelelektrophorese Apparat

Mein zickiger Gelelektrophorese Apparat

Das Agarosegel in der Elektrophoresekammer

Das Agarosegel in der Elektrophoresekammer

Während der Elektrophorese werden die DNA-Fragmente mittels eines elektrischen Feldes der Grösse nach aufgetrennt, und da kleine Moleküle nun mal schneller wandern als grosse, kommen sie auch schneller am Ende des Agarosegeles an, und man erhält, wenn alles gut geht, ein spezifisches Muster für jeden Yersiniastamm. Das Gel wird dann mit Ethidiumbromid gefärbt und unter UV Licht fotografiert und wenn man Glück hat, so wie ich im Moment nicht, sieht man deutliche Banden auf dem Foto. Die Muster kann man dann zum Beispiel mit den Mustern von Yersiniastämmen vergleichen, die von Menschen mit einer Yersiniosis isoliert wurden und so feststellen, ob die Yersinien von Schweinen und Schweineprodukten für die Krankheit im Menschen verantwortlich sind. Das werde ich dann hoffentlich endlich tun, wenn wir die Parameter und Puffer endlich richtig eingestellt haben. Also mehr dazu dann nach Weihnachten und wahrscheinlich erst 2009.

jual-09-01-27-xbai-h

Weihnachtsstimmung Fehlanzeige

Posted in Studentenleben on Dezember 11, 2008 by going2denmark

Der Plan war ja eigentlich durch den Weihnachtsmarkt im Tivoli ein bisschen in Weihnachtsstimmung zu kommen. Und meine Erwartungen waren auch ziemlich groß, da in ganz Kopenhagen Werbung für den Weihnachtsmarkt im Tivoli gemacht wird. Dabei habe ich aber vergessen, dass es sich ja ursprünglich um einen Vergnügungspark handelt.

Ich hab mir auch den perfekten Tag für meinen Ausflug ausgesucht. Gestern waren noch Schlangen von Menschen vor dem Eingang und heute konnte man fast ohne Warten durch die Eingangstore gehen, allerdings musste ich ja noch Eintritt bezahlen. 85 Kronen ist ganz schön happig für einen Weihnachtsmarktbesuch. Aber wäre ich heute nicht gegangen, hätte ich mich wahrscheinlich irgendwann in den Po gebissen und es bereut nicht dort gewesen zu sein, denn wenigstens einmal gesehen haben muss man ihn schon. Der Eingang ist auch wunderschön beleuchtet, wie der Rest des Parks auch und da es ja schon dunkel war, hätte es richtig romantsich sein können, wenn das Gekreische der Menschen in den Fahrgeschäften nicht gewesen wäre. Im Eingangsbereich gab es dann auch gleich die ersten Stände, mit allem Krimskrams, den man eigentlich nicht braucht und auch mit richtig teurem Zeugs, wie echte Fellmützen und Fellhandschuhe. Man konnte sogar einen ganzen Fuchs kaufen, natürlich war der schon tot. Das Fuchsfell hat aber auch zu den meisten Besucherinnen perfekt gepasst, denn so viele Nerzmäntel hab ich noch nicht auf einem Fleck gesehen. Hätte man mal mit der Farbdose durchgehen müssen…aber ich wollte es mir mit den Securitymännern natürlich nicht verscherzen und eine Farbdose hatte ich gerade auch nicht zur Hand. Aber langsam wurde mir klar warum nicht so viele Menschen unterwegs waren. Es hat zwar nicht geregnet und die Welt war auch nicht am untergehen, aber es war zipfelkalt. Aber die Dänen sind ja erfinderisch und kennen ihr Wetter und ihre Pappenheimer, deshalb gab es an jeder Ecke Behälter mit glühenden Kohlen, an denen man sich hat wärmen können. Ich hab mich aber lieber innerlich gewärmt und einen Glögg getrunken. Schmeckt fast wie deutscher Glühwein, nur ein bisschen zimtiger, und ausserdem trinkt man ihn mit Rosinen und Mandelsplittern, was wirklich sehr gut schmeckt. Erinnert ein bissschen an Sangria. Und dann habe ich mich leider als Tourist outen müssen. Für die Tassen wurde nämlich Pfand verlangt, und ganz nach deutscher Manier wollte ich meine Tasse am Stand wieder abgeben, aber so einfach geht das hier nicht, denn es gibt spezielle Pfandrückgabeautomaten in die man seine Tasse stellt und dann den Pfand zurück bekommt. Tja, das muss man auch erst mal wissen. Aber was darf bei mir bei einem Weihnachtsmarktbesuch nicht fehlen? Gebrandte Mandeln natürlich, die hier genau gleich schmecken wie in Deutschland, einfach nur lecker. Ich bin dann noch durch den restlichen Tivoli gelaufen. Viele Stände hat es nicht mehr gegeben, aber Schiessbuden und Dosenwerfbuden wie auf dem Volksfest. Man konnte Pfeil und Bogen schiessen, Geschirr zerdeppern und sich dem Glücksspiel hingeben. Das alles hatte dann nicht mehr viel mit Weihnachten zu tun. Sogar ein chinesisches Viertel hat es gegeben, wo es aber wider erwarten kein chinesisches Essen gegeben hat. Von den ganzen neuen Eindrücken fast erschlagen und mit halb erfrorenen Zehen, trotz zwei Paar Socken, hab ich mich dann wieder dem Ausgang zu gewandt und mich nur noch auf eine heiße Dusche gefreut. Eine Badewanne hab ich hier in Kopenhagen ja leider nicht, aber nächsten Freitag ist es das erste was ich mache…baden.

Nachholbedarf

Posted in Studentenleben on Dezember 10, 2008 by going2denmark

Nachdem am Samstag meine Jagd nach Weihnachtsgeschenken wegen Überfüllung abrupt beendet wurde, habe ich heute einen zweiten Versuch gestartet. Es hat nämlich genieselt und ausserdem ist heute ja Mittwoch, und nicht Samstag. Mein kleines lila Fahrrad hat mich mal wieder zuverlässig zum Rathausplatz gebracht, wo meine Weihnachtsgeschenkesuchaktion heute begonnen hat. Und was ich am Samstag verpasst habe, habe ich heute nachgeholt…ich habe den größten Weihnachtsbaum in Dänemark fotografiert.

img_1058Und da mir grad irgendwie nach fotografieren war, hab ich meine Umgebung gleich mal mit fotografiert.

img_1060Und wie erwartet war am Ströget wirklich weniger los, aber um das Weihnachtsgeschenk für meinen kleinen Bruder zu besorgen, musste ich am Tivoli vorbei, und trotz des Regens und trotz des Wochentages standen doch eine Menge Leute am Eingang an, um auf den Weihnachtsmarkt zu gelangen. Und das obwohl der Weihnachtsmarkt auch noch Eintritt kostet…na ja, aber auch ich möchte mein Glück Morgen mal am Tivoli versuchen. Ich muss mich ja in Weihnachtsstimmung bringen, damit ich die Weihnachtsfeier im Institut am Freitag so richtig geniessen kann. Es gibt anscheinend traditionelles dänisches Essen  und eine Menge Bier…aber an Bier hab ich heute erst mal nicht gedacht, sondern ausschließlich an Weihnachtsgeschenke. Und meine beiden Brüder kann ich jetzt von meiner Liste streichen, fehlen nur noch meine Eltern und meine Oma und mein Opa…

Leider gibt es auch mal wieder eine schlechte Nachricht. Nachdem meine Versuche zwei Mal wirklich gut gelungen sind und mich alle schon gelobt haben und dachten ich sei auf dem richtigen Weg, gab es mal wieder einen Rückschlag. Meine Versuche in dieser Woche gingen allesamt in die Hose. Eine Vermutung ist, dass das Enzym, das die DNA schneidet, seine Aktivität verloren hat. Wahrscheinlich wegen mir…ich hab es erschreckt und vor lauter Schreck hat es aufgehört zu arbeiten, oder es mag mich einfach nicht. Und da ich jetzt langsam Bedenken bekomme, ob ich alles in den verbleibenden 3 1/2 Monaten schaffen werde, habe ich heute einen Antrag auf Verlängerung der Bearbeitungszeit für meine Diplomarbeit geschrieben. Natürlich mit der dänischen Tastatur, und da kam mir dann eine Frage in den Sinn: ‚Kann ich den griechischen Buchstaben Beta für ein Scharf-S verkaufen?‘. Beide sehen sich ja doch sehr ähnlich-ß-β. Mal schauen, ob es dem Prüfungsausschuss in meinem Antrag auffällt.

I’m a survivor

Posted in Studentenleben on Dezember 9, 2008 by going2denmark

Trotz all meiner Nervosität und Versagensängste hab ich es doch mal wieder geschafft einen Vortrag einigermaßen souverän zu meistern. Immerhin hat mich Sören hinterher gelobt, aber ich glaube er hätte mich auch gelobt, wenn ich ihm das Rezept fuer schwaebische Maultaschen vorgelesen haette. Aber selbst ich muss zugeben, nachdem ich eine Nacht darueber nachdenken konnte, dass es fuer meinen ersten Vortrag in Englisch wirklich recht gut gelaufen ist, auch wenn ich ein paar Dinge vergessen habe zu sagen (obwohl ich sie mir auf meinen Folien markiert habe…bloed). Und ich war schon sehr nervoes, das lag auch daran, dass meine Praesentation erst um 13.00 Uhr war, ich mich aber auf 10.00 Uhr eingestellt habe. So war ich den ganzen Morgen zu nichts zu gebrauchen und total hibbelig. Ins Labor bin ich dann erst gar nicht gegangen, wer weiss was ich da kaputt gemacht haette…

Na ja, jetzt ist es vorbei und ich kann hoffentlich wieder ruhiger schlafen. Allerdings hat Søren mich gleich auf meinen naechsten Vortrag vorbereitet, ueber die Ergebnisse meiner Versuche. Aber darueber mach ich mir erst mal keine Gedanken, denn das kommt erst 2009 !!!